Israel stehen erneut Wahlen bevor. Wie immer dominieren die großen Themen den Wahlkampf: Sicherheit, Iran, Gazastreifen, Wehrpflicht, Justizreform, Wirtschaft, Lebenshaltungskosten, Wohnungsbau und die Zukunft Judäas und Samarias. Übrigens, über das Thema „Frieden mit den Palästinensern“ spricht kaum jemand. Das Wort „Frieden“, einst eines der führenden Themen israelischer Wahlkämpfe, ist aus dem politischen Vokabular verschwunden.
Jede Partei präsentiert ihre Lösungen, jede ist überzeugt, den richtigen Weg für das Land zu kennen. Doch je länger ich den politischen Diskurs verfolge, desto mehr beschäftigt mich eine andere Frage: Warum spricht eigentlich niemand über Versöhnung?
Statt Brücken zu bauen, werden Gräben vertieft. Rechte gegen Linke. Religiöse gegen Säkulare. Juden gegen Araber. Befürworter und Gegner der Justizreform. Angehörige der Geiseln gegen Regierungsvertreter. Reservisten gegen Ultraorthodoxe. Jede Seite erklärt, warum die andere für die Krise Israels verantwortlich sei. Der politische Gegner ist längst nicht mehr nur jemand mit einer anderen Meinung, für viele ist er zur Gefahr für den Staat geworden.
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