Trump und die Loyalitätsfrage

US-Präsident Trump möchte, dass amerikanische Juden auch Israel gegenüber loyal sind.

Donald Trump
Donald Trump Foto: Marc Israel Sellem/POOL

Als US-Präsident Donald Trump am gestrigen Dienstag Juden und Illoyalität in ein und demselben Satz verwendete, wurde das in den Mainstream-Medien irreführend wiedergegeben. Seit Jahrzehnten werfen Antagonisten amerikanischen Juden bestenfalls eine zweifache Loyalität vor, in den schlimmsten Fällen werden Juden als subversive, auf Israel ausgerichtete Gruppe gesehen. Diese altbewährte antisemitische Stimmungsmache weckt Erinnerungen an die hasserfüllten Parolen gegen Juden, die die Jahrhunderte hindurch in Europa gang und gäbe waren.

Vielleicht versuchten die Mainstream Medien ihre Leser und Zuschauer unbewusst dazu zu bringen, Trumps Aussage mit solchen anti-jüdischen Vorwürfen in Verbindung zu bringen? Immerhin hatten sich die meisten Berichte noch nicht einmal die Mühe gemacht, den Zusammenhang, in dem der Präsident diesen Satz sagte, zu erklären.

Trump hatte Reportern in einem Meeting im Weißen Haus erklärt: „Juden, die für [einen Präsidentschaftskandidaten der] Demokraten wählen, leiden entweder an völliger Unkenntnis oder an Illoyalität“. Hier ging es darum, dass die Demokratische Partei ganz offen anti-israelische Kongressmitglieder verteidigt.

Die meisten amerikanischen Juden wählen noch immer die Demokraten, obwohl diese Partei seit einem Jahr fest hinter neuen Repräsentanten wie Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Alexandra Ocasio-Cortez steht, die den jüdischen Staat immer wieder verbal attackieren. Die „alte Garde“ der Demokraten mag noch immer vorgeblich „pro Israel“ sein, der aufstrebende progressive Flügel jedenfalls bewegt sich in die andere Richtung.

Trump denkt, dass es immer schwerer werden wird, Israel gegenüber loyal zu sein, wenn die Partei, die man wählt, öffentliche Vertreter hat, die noch vor einem Jahrzehnt als Antisemiten angeprangert worden wären. Indem er amerikanische Juden ermutigt, Israel gegenüber loyal zu sein, hat Trump nun den Kritikern dieser Juden den Wind aus den Segeln genommen.

 

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