Sind Weine aus jüdischen Siedlungen Produkte aus Israel?

Kanadas Bundesgericht hat in einem Urteil verfügt, dass die „Produkt aus Israel“-Etikettierung von Weinen, die in jüdischen Siedlungen hergestellt worden sind, „falsch, irrefügend und trügerisch sei“.

von David Lazarus |
Weinernte
Palästinenser und jüdische Siedler ernten gemeinsam Trauben auf einem Weinberg in Gush Etzion. Foto: Gershon Elinson/FLASH90

Erstaunlicherweise ist der Fall, der das Wort „Israel“ von Produkten entfernen soll, die in jüdischen Siedlungen hergestellt worden sind, von David Kattenburg vor Gericht gebracht worden. Kattenburg, der Sohn von Holocaustüberlebenen, ist seit Jahren ein lautstarker Aktivist für das Rückkehrrecht der Palästinenser in ihr gesamtes „besetztes Land“. Er glaubt, die Hamas sei keine Terrororganisation. Auf Facebook schrieb er kürzlich, Gaza sei „das größte Konzentrationslager der Welt, das von einem der weltweit abscheulichsten Menschenrechtsverletzern, dem Staate Israel, gemanaged wird“. Für viele sind die hartherzigen und gegenüber dem jüdischen Staat zynischen Äußerungen dieses jüdischen Mannes, dessen Eltern Holocaustüberlebende sind, erschreckend, spielt der jüdische Staat doch in dem Überleben des jüdischen Volkes eine zentrale Rolle.

Doch Kattenburg geht noch weiter. Er verteidigt palästinensische Terroristen und wirft Israel vor, ein Terrorstaat zu sein. Die Palästinenser, so sagt er, hätten „jedes Recht, sich der israelischen Unterdrückung zu widersetzen, der Brutalität und dem staatlichen Terrorismus, in jeglicher Art, die ihnen möglich ist“. Wie Kattenburg zu dieser verdrehten Ansicht gekommen ist, bleibt vielen ein Rätsel.

Warum jemand wie Kattenburg sich so an den Etiketten der Weine stört, die in jüdischen Siedlungen produziert werden, und daraus eine Staatsaffäre macht, die er vor das kanadische Gericht bringt, ist schwer nachzuvollziehen. Dem Gerichtsurteil zufolge habe Kattenburg argumentiert, dass das Wort „Israel“ auf den Weinen „die de facto Annektierung großer Teile des Westjordanlandes durch Israel fördere“. Dass ein einfaches Etikett auf einer Weinflasche Israels Wiedereinnahme seines Heimatlandes „fördere“, klingt eher nach Wunschtraum als Realität. Die Wahrheit ist, dass Kennenburg problemlos darüber hinwegsieht, dass die israelischen Weinproduzenten vielen Palästinensern in der Region gut bezahlte Arbeitsplätze bieten, die nicht nur den Menschen zugutekommen, sondern auch dem Land, das Jahrtausende brach lag.

Richterin Anne Mactavish hat sich ihre Meinung jedenfalls schon gebildet, was Israels territoriale Rechte angeht, und das schon vor der Anhörung des Falls, wie sie in ihrer Erklärung zugibt. „Dass die Siedlungen, in denen der Wein produziert wird, nicht zum Territorium des Staates Israel gehören, ist unumstritten“, sagte sie in ihrem Urteil für Kattenburg. Die Richterin gab zu, dass ihr Urteil kein fairer Blick auf die Fakten in diesem Fall gewesen sei, sondern ein politisches Manöver, das Israel abstrafen wolle. „Jene Individuen, die die Errichtung israelischer Siedlungen im Westjordanland ablehnen, brauchen akkurate Informationen darüber, woher ein Produkt stammt, um ihre Opposition kundzutun. Die falsche Etikettierung der Weine als „Produkt aus Israel“ nimmt dem Konsumenten die Möglichkeit, seine politischen Ansichten durch Kaufentscheidungen auszudrücken und schränkt so sein Recht auf freie Meinungsäußerung ein“, so Richterin Mactavish in ihrer Erklärung, die Proteste gegen jüdisch-israelische Produkte unterstützt.

Mal sehen, ob sich Kanadas Premier Justin Trudeau einschaltet und zu der Zusage stellt, die er am 70. Unabhängigkeitstag Israels abgab, als er sagte: „1948 war Kanada eines der ersten Länder, die Israel offiziell anerkannt haben. Kanada steht stolz an Israels Seite. Wir werden weiterhin den Bemühungen entgegenstehen, die Israel international isolieren wollen. Und wir werden an dem Ausbau der Beziehungen in Sachen Handel und Sicherheit zwischen unseren beiden Ländern arbeiten.“

 

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox