Rosch HaSchana in Jerusalem

Unsere Praktikantin Eliane erzählt uns von ihren Eindrücken des jüdischen Neujahrs-Festes in Jerusalem.

Granatapfel und Honig
Liron Almog/ Flash90

Am vergangenen Sonntag fing das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana an und ich war dieses Mal sogar in Israel und konnte miterleben, wie dieses Fest hier begangen wird. Es war eine sehr interessante Erfahrung, zu diesem Fest vor Ort zu sein und mitzubekommen, wie Israelis ihr Neujahr feiern.

Zwar habe ich schon zuvor in Deutschland Rosch HaSchana mit meiner Familie gefeiert, doch in Israel ist es noch einmal eine ganz andere Erfahrung. Es war schon aus dem Grund anders, weil im Gegensatz zu Deutschland hier das ganze Land diese Feiertage feiert und man vorher stärker merkt, wie sich jeder auf die Festtage einstimmt und vorbereitet. In Deutschland geht ja an solchen Tagen der normale Betrieb weiter, für uns ist das dann immer etwas komisch, an diesen Tagen dann zu feiern. In Israel sind diese Tage Feiertage für die ganze Nation.

Schaufenster wurden mit Äpfeln, Granatäpfeln und Honig geschmückt und die Einkaufsläden waren voller Menschen, die noch vor den Festtagen alles Nötige kaufen wollten. Am Freitagvormittag traf ich zufällig eine Freundin in der Stadt, die mir auch dringend ans Herz legte, noch Lebensmittel und alle wichtigen Dinge zu kaufen, bevor über die Feiertage alles geschlossen ist. Gott sei Dank hatte ich dies schon vorher vorausschauend erledigt, sodass ich mir den ganzen Stress und Trubel ersparen konnte.

Am Sonntagabend war ich dann bei Freunden und Kollegen von Israel Heute zum Rosch-HaSchana-Essen mit der Familie eingeladen. Die Busse fuhren ab spätem Nachmittag nicht mehr, also musste ich mich schon relativ früh aufmachen, um noch anzukommen, bevor es keine Reisemöglichkeit mehr gab. Als ich nachmittags kurz vor dem Fest auf dem Weg durch die Stadt zum Hauptbahnhof war, merkte man schon die Aufregung der Menschen auf den Straßen, vor allem der Kinder.

Nach einer Busfahrt von ungefähr einer halben Stunde kam ich bei meinen Gastgebern an. Es war sehr angenehm, dass ich erst einmal in Ruhe ankommen und etwas ausruhen konnte und auf ein entspanntes und ruhiges Miteinander wert gelegt wurde und dass nicht alle Kinder mit den beliebten Schofaroth aus Plastik herumsprangen, wie ich es auf der Straße gesehen hatte.

Es war ein schönes Familien-Zusammensein mit mehreren Geschwistern und ihren Familien. Die Zeremonie, bei der nach einer bestimmten Ordnung symbolische Speisen, wie Datteln, Apfel mit Honig, und Fisch gegessen werden, wurde vom Großvater geleitet.

Danach gab es das Essen, für welches die Frauen der Familie den ganzen Tag in der Küche gestanden hatten, um etwas besonders Leckeres zusammenzustellen. Neben Fleisch und Fisch gab es eine große Auswahl an Salaten, Reis und anderen Leckereien. Man saß zusammen, genoss das Essen und erzählte miteinander. Das setzte sich den ganzen Abend bis in die Nacht fort, wurde jedoch irgendwann nach draußen verlegt.

Als ob nicht schon jeder von dem Mahl satt wurde (wobei auch noch jede Menge übrig geblieben ist), gab es später auch noch verschiedene Kuchen und passend zu Rosch HaSchana leckere Honigkuchen-Muffins. Zu Rosch HaSchana wünscht man sich ein gutes und süßes Jahr, deshalb spielt unter anderem der Honig eine besondere Rolle.

Es war insgesamt ein wunderschöner Abend und ich habe mich sehr wohlgefühlt. Auch wenn ich das Fest nicht zusammen mit meiner Familie in Deutschland feiern konnte, war es, als hätte ich hier noch eine andere Familie. Außerdem wurde ich aus Deutschland gut mit Bildern versorgt, was dem aufkommenden Heimweh etwas entgegenwirkte.

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