Orthodoxe Juden stören messianische Veranstaltung

Orthodox-jüdische Extremisten haben vor wenigen Tagen versucht, eine messianische Veranstaltung in Jerusalem platzen zu lassen. Israel Heute sprach mit Augenzeugen.

Flash90

Sie berichteten, dass sich dutzende religiöse Juden vor dem Eingang des Pavilion Gebäudes im Zentrum Jerusalem positioniert hatten, um Gläubige vom Besuch der Veranstaltung abzuhalten. Geplant war ein Konzert, das einmal im Jahr abgehalten wird, auf dem neue hebräische Lobpreislieder vorgestellt werden, die innerhalb des letzten Jahres komponiert worden sind.

„Sie ließen uns einfach nicht hinein. Ich wurde gewaltsam weggeschubst“, sagte uns Professor Gideon, ein messianischer Jude, der Dekan der Naturwissenschaftlichen Abteilung am Tel Aviver Academic College. „Dort waren Familien mit kleinen Kindern. Die Religiösen schubsten und fluchten“, berichtete Gideon. „Die Kinder hatten wirklich Angst, viele weinten.“

Als die Polizei eintraf, weigerte sich die anti-messianische Gruppe zu gehen. Unter Polizeischutz wurden die messianischen Juden schließlich durch einen Notausgang in das Auditorium begleitet, während die Religiösen draußen weiter laut tobten und schrien. „Letzten Endes ist es uns gelungen, Gott mit den neuen messianischen Liedern zu preisen“, sagte uns Suzanna Mark, eine israelische Soldatin. „Wir haben für die Orthodoxen gebetet, die während des gesamten Konzertes draußen laut brüllten. Als das Konzert vorbei war, musste uns die Polizei nach draußen begleiten, um noch mehr Gewalt zu verhindern.“

Unter den religiösen Protestlern befand sich überraschenderweise Benzi Gufstein, ein Gemeinderatsmitglied der jüdischen Siedlung Kiriat Arba und Direktor von Lehava, einer rechtsgerichteten religiösen Gruppe. Gufstein hat auf Anfragen von Israel Heute bezüglich des anti-messianischen Protestes nicht reagiert. Eine der an ihn gerichteten Fragen lautete, was ihn dazu bewegt hat, sich dem störenden anti-messianischen Protest anzuschließen.

„Wir wollten uns versammeln, um Lieder zu singen und Gott anzubeten“, sagte uns Prof. Gideon. „Wir haben niemanden gestört. Doch auch wenn sie etwas anderes glauben, als wir, warum müssen sie uns derart aggressiv stören? Was sie getan haben, ist rechtswidrig, sie hätten verhaftet werden sollen. Wenn jemand in der Regierung sich ihnen entgegenstellt, gäbe es eine Chance, dass diese Art Belästigung aufhört. Aber es gibt niemanden und die religiösen Institutionen in Israel haben enorm viel Macht.“

 

 

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