Operation Tsur Israel: Die ersten 316 äthiopischen Juden in Israel angekommen

Bis Februar 2021 sollen 2000 Mitglieder der Falash-Mura-Gemeinde in den jüdischen Staat kommen

Operation Tsur Israel: Die ersten 316 äthiopischen Juden in Israel angekommen
Eitan Elhadez-Barak/TPS

Die erste Gruppe von 316 äthiopischen Juden ist am Donnerstag auf dem Flughafen Ben Gurion angekommen. Die erste Phase der Operation Tsur Israel ist damit beendet. Eine weitere Gruppe von etwa 100 Einwanderern wird heute im jüdischen Staat eintreffen.

Die Operation Tzur Israel, die Juden aus Äthiopien nach Israel bringen soll, startete am Sonntag. Es handelt sich um eine weitere historische Phase, in der das äthiopische Judentum in den Staat Israel gebracht wird.

Die israelische Einwanderungsministerin Pnina Tamano-Shata, die letzten Sonntag mit einer israelischen Delegation nach Äthiopien gereist war, traf mit der aus Addis Abeba und Gondar stammenden Gruppe von Olim ein.

Das äthiopische Judentum wird in den Staat Israel gebracht

An dem Sonderempfang für die Neuankömmlinge nahmen Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Benny Gantz, Außenminister Gabi Ashkenazi, der Vorsitzende der Jewish Agency, Isaac Herzog, sowie Tamano-Shata teil. Netanjahu drückte seine Begeisterung über den zionistischen Anblick aus. Die Mutter, die aus dem Flugzeug stieg, küsste den Boden und trug ein Baby namens Jerushalayim und ein weiteres Baby namens Esther. „Esther und Jeruschalajim kommen nach Jerusalem – das ist die Essenz der jüdischen Geschichte, das ist die Essenz der zionistischen Geschichte”, erklärte Netanjahu.

„Esther und Jeruschalajim kommen nach Jerusalem”

Verteidigungsminister Benny Gantz sagte, dass “wir die zionistische Vision in ihrem reinsten Sinne verwirklichen. Ihr, die ihr vor den Toren dieses Landes steht, tragt auf eurem Rücken eine wunderbare Tradition von Tausenden von Jahren”.

Bis Februar 2021 werden insgesamt etwa 2000 Mitglieder der Falash-Mura-Gemeinde in den jüdischen Staat kommen. Falash Mura sind Mitglieder der jüdischen Gemeinde Beta Israel in Äthiopien, die im 19. und 20. Jahrhundert zum Christentum konvertierten. Einige wurden dazu gezwungen, viele sind inzwischen zum Judentum zurückgekehrt. Der ehemalige Oberrabbiner Ovadiah Yosef erklärte 2002, dass die Falash Mura aus Angst und Verfolgung konvertiert seien und deshalb als Juden betrachtet werden sollten.

Im November 2015 beschloss die israelische Regierung, Familienzusammenführungen für die verbleibenden 9000 Mitglieder der Falash-Mura-Gemeinde, die auf Alijah warten, nach Israel zuzulassen.

Bis Ende 2017 waren etwa 1300 genehmigt und eingewandert. Im Oktober 2018 beschloss die Regierung, weitere 1000 Mitglieder der Gemeinde, die bereits enge Verwandte in Israel haben, nach Israel zu bringen. Nach der Operation Tsur Israel werden noch 7000 Menschen auf Alijah warten.

Seit Anfang der 1950er-Jahre hat die Jewish Agency mehr als 90.000 Äthiopier bei ihrer Einreise nach Israel unterstützt. Die beiden berühmtesten Lufttransporte von Äthiopien nach Israel waren die Operation Mosche in den Jahren 1984-1985, die die Ankunft von 6364 Olim unterstützte, und die Operation Shlomo im Jahr 1991, die 14.000 Einwanderer brachte.

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