Nach 37 Jahren zu Hause

Die Leiche des seit 1982 als vermisst gegoltenen Soldaten Zachary Baumel ist gestern nach einer komplexen Operation (Operation “Zemer Noge”, bittersüßes Lied) nach Hause gebracht worden.

„Die Söhne nach Hause bringen.“ Dazu hat sich der Staat Israel verpflichtet. Auch im Feindgebiet gefallene israelische Soldaten müssen nach Hause gebracht werden, damit sie ehrenvoll begraben werden können und die Angehörigen endlich ihre Ruhe finden, trotz des Schmerzes über den Verlust.

Dass man die Hoffnung nie aufgeben darf, zeigt uns die emotionelle Meldung von gestern, die alle anderen Nachrichten im Land verdrängt hat. Gegen 17 Uhr wurde in allen Medien mitgeteilt, dass die Leiche des Soldaten Zachary Baumel nach 37 Jahren endlich zu Hause ist, in Israel. Baumel war im Jahr 1982 an der sogenannten Schlacht von Sultan Jaqub im Libanon beteiligt und galt seitdem als vermisst. Die Nachricht vom Fund und der Heimkehr seiner Leiche wurde mit großer Freude verbreitet, auch die Moderatoren im Radio konnten ihre Emotionen kaum verbergen. Ministerpräsident Netanjahu lud am Abend zu einer Pressekonferenz ein.

Wie kann man sich derartig über so eine Nachricht freuen, werden sich jetzt viele Leser sicher fragen. Schließlich ist der Soldat nicht mehr am Leben. Man freut sich, da die Leiche nun endlich begraben werden kann. Im Judentum muss eine Leiche so schnell wie möglich begraben werden, eine Leiche muss mit Respekt behandelt werden. Die Familie von Baumel musste 37 lange Jahre darauf warten. Sein Vater, der die Hoffnung nie aufgegeben hatte, starb im Jahr 2009.

Archivbild: Die Eltern von Zachary Baumel mit einem Foto ihres Sohnes (Foto: Flash90)

Der Fund der Leiche ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen der israelischen Geheimdienste. Der Höhepunkt war eine Reihe von Operationen in den letzten Monaten, die schließlich zum Fund und Heimkehr der Leiche des vermissten Soldaten führte. Die Leiche soll unweit von Damaskus gefunden worden sein. Die Leiche wurde nicht nach Verhandlungen, sondern im Rahmen einer Militär-Aktion zurück nach Israel gebracht, an der Berichten zufolge ein weiteres Land beteiligt gesesen sein soll. Der arabische Nachrichtensender Al Arabya berichtete, dass Russland, das sehr stark in Syrien vertreten ist, bei der Operation zum Auffinden der Leiche geholfen haben soll.

Zusammen mit dem Leichnam von Zachary Baumel wurden auch persönliche Ausrüstungsteile von ihm gefunden. Sie wurden seiner Familie übergeben.

Ministerpräsident Netanjahu empfing gestern die Geschwister des Soldaten Zachary Baumel, die Schwester sprach den Segensspruch: “Baruch atah Adonai, Elohenu melekh ha’olam, shehecheyanu vekiymanu vehigi’anu lazman hazeh.“ (Gesegnet seist Du, G-TT, unser G-tt, König des Universums, der es uns erlaubt hat zu leben, der uns erhalten hat und der es uns erlaubt hat, diese Zeit zu erreichen)

Bei der Schlacht von Sultan Jaqub kamen 20 israelische Soldaten ums Leben, 30 wurden verletzt und drei weitere Soldaten galten seitdem als vermisst: Baumel und seine beiden Kameraden Tsvi Feldman und Yehuda Katz, die noch nicht gefunden wurden.

Aber die Suche wird weiter gehen, bis Israel seine Söhne nach Hause gebracht hat. Dabei vergessen wir auch nicht die im Gazastreifen festgehaltenen Leichen der Soldaten Hadar Golding und Oren Shaul.

Der Soldat Zacharay Baumel wurd heute Abend auf dem Militärfriedhof auf dem Herzlberg in Jerusalem begraben werden.

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