Muslimischer Staat öffnet israelischen Pässen die Türen

Israel kann nun an der EXPO 2020 in Dubai teilnehmen.

von Edy Cohen |
Dubai Foto: EPA/ALI HAIDER

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben beschlossen, israelischen Passbesitzern nach der Eröffnung der internationalen EXPO-Ausstellung im Oktober die Einreise in den Golfstaat zu ermöglichen. Das EXPO-Management bestätigte den israelischen Behörden, dass die Emirate nun israelischen Touristen erlauben werden, das Land zu besuchen und an der Ausstellung teilzunehmen.

Israelische Medien haben in den vergangenen Tagen ausführlich darüber berichtet und die Entscheidung des Golfstaates gewürdigt. Die EXPO-Ausstellung findet alle fünf Jahre statt und jedes teilnehmende Land ist berechtigt, seine Innovationen und Erfindungen zu präsentieren. Israel gilt als „Start-up-Nation“ und wird an seinem Stand im muslimischen Land in weniger als einem Jahr sicherlich viel Aufmerksamkeit der Besucher und lokalen Organisatoren anziehen.

Dies ist ein historisches Ereignis, denn zum ersten Mal hat ein Golfstaat seine Türen für israelische Passbesitzer geöffnet. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben keine diplomatischen Beziehungen mit dem jüdischen Staat. Viele Israelis, die ausländische Pässe besitzen, durften jedoch geschäftlich zu Besuch kommen. Es gab auch einige israelische Passinhaber, denen es erlaubt wurde, das muslimische Land mit einem speziellen Visum zu besuchen, z.B. durften mehrere israelische Teams an Sportveranstaltungen teilnehmen, bei denen sie sogar Medaillen gewannen. Wir alle erinnern uns an den Besuch des Ministerpräsidenten Netanjahu, der vor einem Jahr mit seiner Frau und dem Chef des Mossad bei einem kurzen Besuch im Oman war, wo sie königlich empfangen wurden. Oder die Zeit, in der Sport- und Kultusministerin Miri Regev Tränen vergoss, als die israelische Flagge in der Arena gehisst und die israelische Nationalhymne in Abu Dhabi gespielt wurde, nachdem der israelische Judoka Sagi Muki im vergangenen Jahr beim International Grand Slam Gold gewonnen hatte. Eine Reihe weiterer israelischer Minister sind ebenfalls mit einem israelischen Pass und einer Sondergenehmigung für Geschäfts- oder Regierungsbesuche in die Golfstaaten gereist. Dies ist das erste Mal, dass ein israelischer Tourist und nicht eine öffentliche Person oder ein Athlet die Region besuchen darf.

Viele Jahre lang wurden die Beziehungen zwischen Israel und den Golfstaaten hinter den Kulissen geführt, aber in jüngster Zeit hat sich dies deutlich geändert. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben versucht, ihr Image in den Augen des Westens und insbesondere gegenüber dem jüdischen Volk zu verbessern. In den letzten Monaten haben die Emirate die Welt verblüfft, als sie Pläne für den Bau der ersten Synagoge auf ihrem Boden bekannt gaben. Die wenigen Dutzend Juden, die dauerhaft im muslimischen Land leben, sind als Ausländer registriert.

Es gibt keine wirklichen Streitigkeiten zwischen Israel und den Golfstaaten, die Feindseligkeiten oder mangelnde diplomatische Beziehungen rechtfertigen könnten. Es gibt keine geografischen oder historischen Konflikte und es gab nie einen Krieg zwischen den Ländern. Im Gegenteil, vor der Gründung des Staates Israel waren die Beziehungen zwischen den lokalen Stämmen im Golf und den Juden warm. Es gab sogar Verbindungen zwischen der zionistischen Bewegung und den herrschenden Familien der Königreiche der Golfregionen. So wurde beispielsweise 1919 in London das Faisal-Weizmann-Abkommen mit Emir Faisal, dem Sohn des Königs Hussein von Hejaz, unterzeichnet, das den Juden eine Heimat in Palästina versprach.

Heute ist das Einzige, was die Beziehungen zwischen Israel und einem arabischen Land behindert, die „palästinensische Frage“. Die Palästinensische Befreiungsorganisation hat seit den 1960er Jahren bis heute dafür gesorgt, dass jedes arabische Land, das diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält, als verräterisch dargestellt wird. Für den Westen ist das palästinensische „Leiden“ das wichtigste Thema im Nahen Osten. Im Laufe der Zeit verliert dieses Thema jedoch an Glaubwürdigkeit. Der größte Beweis dafür war die Entscheidung des Präsidenten von Ägypten und des Königs von Jordanien, Friedensabkommen mit Israel zu unterzeichnen. Es scheint, dass mehr arabische Führer nicht mehr zu extrem auf die feindlichen Emotionen auf arabischen Straßen reagieren, wie sie es in der Vergangenheit taten, sondern zunehmend auf die pragmatischen Interessen ihrer Länder ausgerichtet sind. Und das ist gut für Israel.

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