Die politische Krise zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem amerikanischen Präsident Barack Obama kommt Washington laut israelischen Medien zur rechten Zeit. Die Krise lenkt die Aufmerksamkeit von den umstrittenen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ab, das planmäßig bis Ende März verabschiedet werden sollte. Netanjahu warnt, dass Obama um jeden Preis ein Abkommen mit den Iranern erringen möchte, um so einer militärischen Operation aus dem Weg zu gehen. Dafür ist Obama bereit Kompromisse einzugehen, durch welche Teheran Atomwaffen unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms entwickeln könnte. Selbst Frankreich teilt die Meinung des amerikanischen Präsidenten nicht und besteht wie Israel auf schärfere Restriktionen gegenüber Irans Atomprogramm. Aus israelischen und amerikanischen Quellen geht hervor, dass sich Washington und Jerusalem über die komplizierte Situation im Nahen Osten bewusst sind. Zurzeit drückt das Weiße Haus in Bezug auf die wachsenden schiitischen Terrormilizen im Nahen Osten ein Auge zu, um die sensiblen Verhandlungen mit den Iranern nicht zu gefährden. Dafür vertieft Washington laut der israelischen Webseite NRG seine Krise mit Jerusalem.
Im Nahen Osten herrscht Chaos. In Jerusalem wird dafür die amerikanische Regierung von Barack Obama verantwortlich gemacht. Seine Außenpolitik in der Region wird als absolut gescheitert angesehen. Vier Jahre redete Washington von der Notwendigkeit das brutale, syrische Assad-Regime, das aus der muslimischen Religionsgemeinschaft der Alawiten geführt wird, zu stürzen. Nun hat Obama eingesehen, dass dies ein Fehler war und Washington nun Assads Opposition, den Islamischen Staat (IS) und seine sunnitischen Terrorkollegen bekämpfen müsse. Gleichzeitig unterstützt Washington auf militärischer Ebene die schiitische Regierung im Irak gegenüber der wachsenden Gefahr durch den IS, der sich aus sunnitischen Terrormilizen zusammensetzt. Die Regierung in Bagdad (Irak) ist passiv mit der schiitischen Regierung in Teheran (Iran) verbunden.
Im Jemen mussten die Amerikaner nun ihren Flugplatz wegen der schiitischen Revolution der Huthi-Milizen im Land räumen. Selbst innerhalb der USA steigt die Kritik am politischen Durcheinander im Nahen Osten, für das Obamas Außenpolitik verantwortlich gemacht wird. Und dennoch hat Obama im Jahr 2009 den Friedensnobelpreis für „seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen Völkern zu stärken“, bekommen.
„Der IS ist nicht die größte Gefahr, die den Irak bedroht, sondern die schiitischen Milizen“, warnte der amerikanische General David Howell Petraeus, ehemaliger Leiter der NATO und der multinationalen Truppen in Afghanistan und Direktor der CIA in der amerikanischen Zeitung Washington Post. „Der Iran ist ein Teil des Problems im Nahen Osten und nicht die Lösung der Probleme. Der Iran ist gefährlicher als der IS.“ 360 der insgesamt 435 Abgeordneten des amerikanischen Kongresses, davon 180 Demokraten (Obamas Partei), verlangten in einem Schreiben an Barack Obama, dem Kongress das endgültige Abkommen mit dem Iran vorzulegen. Dies ist ein Zeichen des Misstrauens. „Obama hat seine Prioritäten sowas von verkehrt gesetzt, es ist unglaublich“, sagte der republikanische Senator John Mac Cain in einem Fernsehinterview mit dem Sender CNN. „In Israel gab es freie und faire, demokratische Wahlen. Obama soll verschmerzen, was Netanjahu vor den Wahlen über einen Palästinenserstaat gesagt hat. Komm über deinen Wutanfall hinweg, Mister Präsident. Es ist Zeit, dass wir gemeinsam mit unseren israelischen Freunden versuchen, die Flut iranischer Milizen und des IS, die die gesamte Region bedrohen, zu stoppen. Das sind die wahren Gefahren im Nahen Osten“.




