Kommentar: Wie reagiert die Gesellschaft?

Innerhalb von 24 Stunden ist es in Israel zu zwei Gewalttaten gekommen, die die Weltöffentlichkeit beschäftigen. Eine führte zum Tod eines palästinensischen Kleinkinds. Auch die andere Bluttat, der Messerangriff auf die Jerusalemer Homsexuellenparade, hat nun ein Todesopfer gefordert: Die 16-jährige Sira Banki erlag im Krankenhaus ihren schweren Stichwunden.

Innerhalb von 24 Stunden ist es in Israel zu zwei Gewalttaten gekommen, die die Weltöffentlichkeit beschäftigen. Eine führte zum Tod eines palästinensischen Kleinkinds. Auch die andere Bluttat, der Messerangriff auf die Jerusalemer Homsexuellenparade, hat nun ein Todesopfer gefordert: Die 16-jährige Sira Banki erlag im Krankenhaus ihren schweren Stichwunden.

Der vorbestrafte ultraorthodoxe Jude Yishai Schissel hatte auf Teilnehmer einer Schwulen- und Lesbenparade in Jerusalem eingestochen und sechs Menschen zum Tel schwer verletzt. In der Nacht darauf wurde ein Brandanschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie verübt, wobei ein Kleinkind starb. Obwohl allgemein von einem nationalistischen Hintergrund dieser Tat ausgegangen wird, gibt es noch keine endgültigen Ergebnisse der laufenden Ermittlungen. Zurzeit können weitere mögliche Motive noch nicht ausgeschlossen werden.

Für die israelische Gesellschaft sind diese Taten ein Schock und es fanden am Wochenende Demonstrationen in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa statt, an denen Tausende teilnahmen, um zu zeigen, dass man diese Taten auf breiter Basis verurteilt.

Rabbiner aus allen Richtungen des Judentums missbilligten die Gewaltakte, auch solche, die dem ultraorthodoxen Spektrum zuzuordnen sind. Denn „Du sollst nicht morden“ gilt auch gegenüber Homosexuellen und Arabern. Besonders die rabbinischen Erklärungen sind wichtig, da die Täter in beiden Fällen offenbar aus dem religiösen Teil der israelischen Gesellschaft stammen.

Während also die israelische Gesellschaft die Taten verurteilt und sich bei den Palästinensern und der internationalen Gemeinschaft entschuldigt, sieht die Reaktion auf arabischer Seite ganz anders aus, wenn ähnliche Anschläge gegen Juden ausgeführt werden.

Nach dem Massaker in der Synagoge in Jerusalem zum Beispiel verurteilte Palästinenserführer Abbas die Tat zwar, aber erst, nachdem er zweimal von US-Außenminister Kerry angerufen und unter Druck gesetzt wurde. In seiner Verurteilung gab er die Schuld für den Anschlag jedoch den Israelis und verurteilte auch deren „Angriff auf den Tempelberg, andere Heilige Stätten und Brandanschläge auf Moscheen und Kirchen durch Israelis.“ Beamte seiner Regierung kritisierten ihn für die Verurteilung des Anschlags auf die Synagoge und erklärten, es handele sich um eine „natürliche Antwort auf die Verbrechen Israels“. Die Hamas und die zur Fatah gehörige PFPL (Volksfront für die Befreiung Palästinas) hießen das Massaker in der Synagoge sogar willkommen und nannten sie „heroisch“.

Hinzu kommt, dass Terroristen in den palästinensischen Medien als Helden gefeiert werden. Straßen und Plätze werden nach ihnen benannt und Hamas-Anhänger verteilen nach einem „gelungenen“ Anschlag auf Juden Süßigkeiten auf den Straßen. In Israel inhaftierte Terroristen sowie Familien von Selbstmordattentätern erhalten sozusagen als „Belohnung“ monatliche Zahlungen von der Palästinensischen Autonomiebehörde.

In jeder Gesellschaft gibt es Verrückte, die das Recht in die eigene Hand nehmen. Der Unterschied zeigt sich darin, wie die Gesellschaft auf diese Leute reagiert; und während ganz Israel die Verrückten verurteilt, werden solche Menschen und Taten in der palästinensischen Gesellschaft gefeiert und aktiv gefördert.

Bild: Demonstration im Gazastreifen für das verstorbene Kleinkind.

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