Jerusalems Oberrabbiner besucht Eltern des irrtümlich erschossenen behinderten Arabers

“Botschaft des Friedens und der Versöhnung”

Jerusalems Oberrabbiner besucht Eltern des irrtümlich erschossenen behinderten Arabers
Archivbild - Yonatan Sindel/Flash90

Jerusalems Oberrabbiner Aryeh Stern stattete am Dienstag den Eltern von Iyad Hallak, einem Araber mit besonderen Bedürfnissen, einen Kondolenzbesuch ab. Iyad Halak wurde am Samstagmorgen am Eingang der Altstadt von Jerusalem von der dort stationierten Polizei erschossen, nachdem er irrtümlich verdächtigt worden war, einen Anschlag verüben zu wollen.

Stern besuchte zusammen mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Jerusalem und dem Ratsmitglied Fleur Hassan-Nahoum das Trauerzelt der Familie im Wadi Jose in Ostjerusalem.

Der Rabbiner sagte, er komme mit einer Botschaft des Friedens und der Versöhnung und drückte seinen Schmerz über den Verlust von Iyads Leben aus.

Er betete, dass in dem Gebiet keine Waffen mehr nötig seien und dass nicht noch mehr Blut vergossen werde.

“Ich kam, um die Familie zu trösten, und hörte mir mit dem Oberrabbiner die Geschichte des besonderen und sensiblen Kindes an. Der Schmerz einer Mutter, die ihren Sohn verliert, ist farblos und religionslos. Wir müssen alles Mögliche tun, um solche tragischen Fälle in Zukunft zu verhindern”, sagte Hassan-Nahoum.

Iyads Vater war sehr bewegt und dankte dem Rabbiner und den Mitgliedern der Delegation für ihr Kommen und sagte, dass “wir alle friedlich zusammenleben wollen”.

Iyads Vater mit einem Bild seines Sohnes

 

Der israelische Minister für innere Sicherheit, Amir Ohana, hatte Berichten zufolge geplant, die Familie zu besuchen, sagte aber seine Pläne ab, nachdem Iyads Vater einen Clip in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, in dem er sagte, dass er sei nicht an Besuchen israelischer Beamter interessiert sei.

Es wird vermutet, dass die Palästinensische Autonomiebehörde ihn unter Druck gesetzt hat, den Clip zu veröffentlichen.

Die Polizei ermittelt weiterhin den Vorfall, bei dem Halak sich den am Löwentor in der Jerusalemer Altstadt stationierten Polizisten näherte, während er einen Gegenstand in der Hand trug, der ihnen wie eine Waffe vorkam. Als die Streitkräfte ihn aufforderten, anzuhalten, floh er vom Tatort. Danach kam es zu den tödlichen Schüssen.

Ohana erklärte, er “teilte den Schmerz der Familie Al-Halak” und drückte seine “Trauer über den Tod von Iyad, einem jungen Menschen mit besonderen Bedürfnissen” aus.

“Der Vorfall wird wie gesetzlich vorgeschrieben untersucht, und wir werden entsprechend den Ergebnissen handeln, um ähnliche Vorfälle zu verhindern”, sagte er.

“Bis die Untersuchung abgeschlossen ist, werden wir kein Urteil über die Polizisten fällen. Sie müssen in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen, und zwar in einem von Gebiet, wo es viele Terroranschläge gegeben hat, und befinden sich oft in Lebensgefahr”, fügte er hinzu.

Der Polizist, der die tödlichen Schüsse abgegeben hatte, steht unter Hausarrest.