Israelischer Shuttle-Dienst vom Gazastreifen zum US-Konsulat in Jerusalem

100 Bewohner des Gazastreifens wurden gestern von einem neuen Shuttledienst, den Israel gestern begonnen hat, zum US-Konsulat nach Jerusalem gefahren. Sollte sich das neue Shuttle-Programm bewähren, sollen in Zusammenarbeit zwischen Israel und dem amerikanischen Konsulat weitere Fahrten für die Bewohner des Gazastreifens durchgeführt werden.

von |

Am Mittwoch startete Israel einen Shuttle-Dienst für Einwohner des Gazastreifens, die zum US-Konsulat nach Jerusalem fahren müssen. Dies könnte den Palästinensern, die den Gazastreifen verlassen wollen, viele Schwierigkeiten ersparen. Bisher erlaubten die israelischen Behörden nur einer kleinen Zahl von Einwohnern des Gazastreifens eine Passage durch Israel, hauptsächlich zu medizinischen Behandlungen oder aus anderen humanitären Gründen. Die strengen Richtlinien wurden aus Sicherheitsgründen eingesetzt.

In den vergangenen Monaten untersagte Israel die Einreise von Gaza-Einwohnern für Visa-Interviews im Konsulat, nachdem einige dieser Personen in Israel illegal untertauchten, um Arbeit zu finden. Durch die Beschränkungen konnten einige hunderte Menschen kein Visa für Besuche oder Studien in den USA beantragen.

Gestern durften etwa 100 Palästinenser mit dem neuen Shuttle Service nach Israel einreisen. Sie wurden mit zwei Bussen nach Jerusalem gefahren. Sie wurden von Beamten des palästinensischen Komittes für Zivilangelegenheiten, ein Büro, dass die legalen Grenzüberschreitungen mit Israel koordiniert, begleitet.

Mohammed al-Maqadma, der Sprecher des Komittees, sagte, dass Israel in der Zukunft weitere solche Shuttle-Einsätze durchführen wolle, es jedoch noch keinen festgelegten Zeitplan dafür gebe. „Es könnten zwei Tage im Monat oder ein Tag alle zwei Monate sein. Ich denke, es ist ein Teil des israelischen Vorgehens, dass wir nicht genau wissen, woran wir sind“, sagte er.

Der neue Shuttle-Dienst hatte an seinem ersten Tag auch eine Panne, als zwei Gazaner verschwanden. Reisende vom Shuttle sagten, dass ein Mann nach dem Grenzübertritt in ein Taxi floh und verschwand und eine zweite Person nicht zum Bus zurückkehrte. Die Reisenden erzählten dies anonym, um Probleme mit den israelischen Behörden zu vermeiden.

Die israelische Behörde zur Koordination von Regierungsaktivitäten (COGAT), die auch die grenzüberschreitenden Bewegungen koordiniert, gab bekannt, dass der Shuttledienst vom Mittwoch nach mehreren Monaten Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Konsulat und palästinensischen Beamten ermöglicht wurde. Dieses Program solle den Bedürfnissen der palästinensischen Zivilisten und den israelischen Sicherheitsanforderungen gerecht werden. „In der nahen Zukunft sollen weitere solche Shuttledienste durchgeführt werden, die Termine dafür sollen vom US-Konsulat gemeinsam mit Israel festgelegt werden.“

Ein Beamter des amerikanischen Außenministeriums sagte, dass man versuche, allen legitimen und gutgläubigen Personen, einschließlich Bewohnern Gazas, Reisen in die USA zu genehmigen. Das Interview im Konsulat muss online bestellt werden und es wird den Gaza-Einwohnern gesagt, ein Datum für zwei Monate später festzulegen, damit genug Zeit bleibt, um eine Einreiseerlaubnis nach Israel erhalten zu können. Dieser ganz Prozess ist mühsam und Israel führt eine Untersuchung durch, manchmal ist auch ein Interview mit israelischen Sicherheitsbeamten angesagt, denn Untersuchungen sind wichtig, um die Versuche der Hamas, diese humanitäre Geste auszunutzen, Geld oder Güter über die Grenze zu schmuggeln, unterbinden zu können.

Archivbild: Grenzkontrolle im Gazastreifen (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox