Israelische Studie betont, das Risiko einer Myokarditis durch den COVID-Impfstoff sei minimal

Einige behaupten jedoch, dass es weitaus mehr Fälle von negativen Nebenwirkungen gab und dass diese von den Behörden verschwiegen werden.

von Ryan Jones | | Themen: Coronavirus
Kann der COVID-Impfstoff eine Myokarditis verursachen? Die israelischen Gesundheitsbehörden halten das Risiko für nahezu ausgeschlossen. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Einer der Haupteinwände gegen den COVID-19-Impfstoff, insbesondere bei Jugendlichen, ist, dass er Myokarditis, eine gefährliche Entzündung des Herzmuskels, verursachen kann. Eine neue israelische Studie kommt jedoch zu dem Schluss, dass diese Nebenwirkung, zumindest bei der Impfung mit dem Pfizer-Impfstoff, sowohl äußerst selten als auch leicht zu behandeln ist.

Die Studie wurde von der größten der staatlich finanzierten Krankenkassen Israels, Clalit, durchgeführt und die Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Untersucht wurden etwa 2,5 Millionen Israelis, die mindestens zwei Dosen des Impfstoffs von Pfizer erhalten haben.

Nur 54 dieser 2,5 Millionen Israelis entwickelten infolge des COVID-Impfstoffs eine Myokarditis. Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Nebenwirkung auftritt, liegt bei lediglich 0,002 %. Von diesen 54 Personen erkrankte nur eine Person an einer schweren Myokarditis und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er hat sich inzwischen wieder vollständig erholt.

Die Studie bestätigt zwar, dass junge Männer im Alter von 16 bis 29 Jahren weitaus anfälliger für diese Nebenwirkung sind, aber selbst in dieser Altersgruppe erkrankten nur 10,7 von 100.000 Personen an Myokarditis.

Die US-Behörden stützen sich bei der Entscheidung darüber, ob und wann der Impfstoff auch jüngeren Altersgruppen verabreicht werden soll, sowie bei Auffrischungsimpfungen für die Allgemeinbevölkerung stark auf die Daten aus Israel.

 

Werden andere Meinungen unterdrückt?

Es gibt Stimmen, die behaupten, dass die COVID-19-Impfstoffe weit mehr negative Nebenwirkungen haben, als das Gesundheitsministerium und die israelischen Krankenkassen zugeben wollen.

Letzte Woche veröffentlichte das Gesundheitsministerium Daten, die eine sehr geringe Zahl negativer Nebenwirkungen belegen. In den sozialen Medien häuften sich jedoch die Kommentare, in denen behauptet wurde, die Zahlen seien ungenau, und die Personen, die sagten, ihre Nebenwirkungen seien nicht berücksichtigt worden, sprachen sich gegen den Impfstoff aus.

Der Fernsehsender Channel 12 berichtete, dass Beamte des Ministeriums begannen, viele der Kommentare zu löschen, was den Verdacht einer Vertuschung nur noch verstärkte.

Das Gesundheitsministerium veröffentlichte später eine Erklärung, in der es behauptete, die gelöschten Kommentare hätten Beschimpfungen, Lügen und „Fake News“ enthalten.

 

Israelis bereit für die Impfung von Kleinkindern

Eine diese Woche von der Bar-Ilan-Universität durchgeführte Umfrage ergab, dass eine Mehrheit von 57 % der Israelis bereit ist, ihre 5- bis 11-jährigen Kinder impfen zu lassen.

Die israelische Regierung hat über die Zulassung des Impfstoffs für diese jüngere Altersgruppe debattiert, da sie befürchtet, dass die Rückkehr zur Schule einen erneuten Ausbruch von COVID-19 auslösen könnte.

Ein großer Prozentsatz der 12- bis 18-Jährigen ist bereits vollständig geimpft, und Kinder über 15 Jahren können die Auffrischungsimpfung erhalten, wenn ihre zweite Impfdosis länger als sechs Monate zurückliegt.

Der Reporter kann bestätigen, dass sein ältester Sohn (17 Jahre) und seine Klassenkameraden von der Schulleitung aufgefordert wurden, sich impfen zu lassen, damit ihr „grüner Pass“ nicht abläuft.

Doch obwohl die Israelis bereit scheinen, auch ihre kleinen Kinder impfen zu lassen, sind offenbar nur sehr wenige bereit, den ersten Schritt zu tun.

Die Bar-IIan-Umfrage ergab, dass nur 27 % der Eltern ihre 5- bis 11-jährigen Kinder innerhalb des ersten Monats nach Zulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe impfen lassen würden. Siebenundzwanzig Prozent würden einen bis drei Monate warten, und 24 % würden viel länger warten (einige bis zu einem ganzen Jahr), um sicherzugehen, dass es keine Nebenwirkungen gibt.

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