Israelisch-Arabische Beziehungen: Aus dem Dunkel ins Licht

Während die Israelis fast schon euphorisch sind, schäumen die Palästinenser über die Normalisierung der Beziehungen zwischen den Golfstaaten und dem Jüdischen Staat.

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Israels Außenminister Israel Katz ist gerade von einem Besuch in Abu Dhabi zurückgekehrt. Er hatte dort an einer Konferenz zum Klimawandel teilgenommen, die vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen ausgerichtet worden war. Seit der Konferenz in Bahrain vor wenigen Tagen, zu der US-Präsident Trump geladen hatte, um seinen „Deal des Jahrhunderts“ zu diskutieren, ist nun also erneut ein hochrangiger israelischer Beamter offiziell in einen arabischen Staat gereist. Im Laufe des vergangenen Jahres scheinen Besuche israelischer Regierungsbeamter in den Golfstaaten immer mehr Routine zu werden. So waren beispielsweise erst kürzlich Kultur- und Sportministerin Miri Regev sowie Kommunikationsminister Ayoub Kara zu Meetings in Dubai.

Mit diesem Phänomen scheint sich ein Ende der geheimen Beziehungen zu arabischen Staaten abzuzeichnen, die schon vor langer Zeit erkannt haben, dass Israel kein Feind ist, es aber nicht öffentlich auszusprechen wagten. Es ist eine Bewegung aus dem Dunkel ins Licht. Heute werden diese Beziehungen zwischen Repräsentanten des israelischen Staates und unseren arabischen Nachbarn geradewegs öffentlich ausgetragen. Besonders hervor stechen dabei die Golfstaaten, die sich gleichermaßen von den regionalen Zielen Irans bedroht fühlen.

Begonnen hat alles, als letztes Jahr israelische Delegationen Katar und Abu Dhabi besuchten. Wenig später stattete Premierminister Netanjahu dem Oman einen historischen Besuch ab, wo er öffentlich von Sultan Qabus ibn Said empfangen wurde. Auch die Warschauer Nahostkonferenz im Februar diesen Jahres offenbarte um ein weiteres, dass gemeinsame Interessen zwischen Israel und den Golfstaaten existieren, besonders im Angesicht eines gemeinsamen iranischen Gegners. Die Konferenz in Bahrain letzte Woche und der Besuch des israelischen Außenministers in Abu Dhabi diese Woche signalisieren, dass der Golf es mit einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel ernst zu meinen scheint, wenn auch nur schrittweise.

Auf einer Sicherheitskonferenz in Herzlija zu Beginn der Woche sagte Mossadchef Yossi Cohen, dass es noch viele weitere arabische Staaten gäbe, die bereit seien, ihre Beziehungen zu Israel zu normalisieren, zu denen die Beziehungen jedoch momentan noch geheim gehalten werden. Oman sei kurz davor, eine offizielle Vertretung Israels innerhalb seiner Grenzen zu erlauben, sagte Cohen, der bei dieser Gelegenheit die Araber an die iranische Bedrohung erinnerte.

Teheran sei gewillt, die bereits in der Region brennenden Flammen in der Region weiter zu entfachen, warnte der Mossadchef. Iran sende die drohende Botschaft, dass man alles in seiner Macht tun werde, um die globale Ölwirtschaft zu stören, sollten die US-Sanktionen nicht aufgehoben werden.

Dass der Chef des Mossad solche Äußerungen in der Öffentlichkeit von sich gibt, ist eher ungewöhnlich. Sein Auftritt mag als direkte Nachricht an die arabischen Staaten aufgefasst werden, dass Israel ihnen in dieser gemeinsamen Bedrohung beisteht und dass die Zeit gekommen ist, einander nicht als Feinde anzusehen sondern als Verbündete.

Israels Annäherung an die arabischen Staaten wird von den Palästinensern derweil als Verrat betrachtet. Die Palästinenser behaupten, jedwede Normalisierung der Beziehungen gehe zu Lasten der Sache der Palästinenser und schwäche das Opfer aller Araber ab, die in den vielen Kriegen gegen Israel ihr Leben gelassen hatten. Nun jedoch wird immer offensichtlicher, dass die Golfstaaten weniger an der palästinensischen Sache interessiert sind, als vielmehr an ihrer eigenen Sicherheit und Stabilität. Sie haben erkannt, dass engere Beziehungen mit Israel ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen.

Israelis sehen schon den Anbruch einer neuen Ära. Die Konferenz in Bahrain hinterließ eine besonders positive Atmosphäre, auf der Bahrains Außenminister Khaled bin Ahmed Al Khalifa israelischen Journalisten sagte: „Israel ist ein Staat im Nahen Osten und Teil des Erbes der Region. Das jüdische Volk hat einen Platz in unserer Mitte. Die israelische Öffentlichkeit muss sich bewusst sein, dass es in der Region Länder gibt, die Frieden wollen und die die Palästinenser zum Frieden ermutigen.“

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