Israel verabschiedet sich von seinem Maestro

Das Israel Philharmonic Orchestra hat sich von Zubin Mehta, der das weltberühmte Orchester seit 50 Jahren dirigiert hat, mit einer emotionellen Hommage an seinen Maestro verabschiedet.

Mehta wurde im Rahmen eines Open-Air-Festkonzerts im Yarkon Park in Tel Aviv geehrt, wobei er von zahlreichen israelischen Persönlichkeiten gewürdigt wurde. Der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, nannte ihn das „Kronjuwel des israelischen Kulturlebens”.

Die 83-jährige Mehta wurde in einer Musikerfamilie im damaligen indischen Bombay geboren. Sein Vater gründete und dirigierte das Bombay Symphony Orchestra und brachte seinem Sohn Klavier und Violine bei. Mit 16 Jahren dirigierte Mehta das gesamte Orchester.

Während seines Musikstudiums in Wien lernte Mehta den damaligen Kommilitonen-Dirigenten Daniel Barenboim, eine Ikone der klassischen Musik, kennen, der für seine Musikproduktionen 7 Grammy Awards gewann. Die beiden wurden gute Freunde, Mehta war einer der beiden Zeugen bei Barenboims Hochzeit an der Klagemauer in Jerusalem. Da „ich kein Jude war, musste ich vorübergehend in Moshe Cohen umbenannt werden, was mich zu einem ‘koscheren’ Zeugen machte”, erinnert sich Mehta.

1960 wurde Mehta zu seinem ersten Gastauftritt beim Israel Philharmonic Orchestra in Tel Aviv eingeladen. Während des Sechs-Tage-Krieges 1967 kehrte der Maestro von einer Konzertreise im Ausland nach Israel zurück, um Konzerte als Zeichen der Solidarität mit dem Volk Israel zu veranstalten.

1981 wurde Zubin Mehta zum Musikdirektor des Orchesters auf Lebenszeit ernannt und wurde Ehrenbürger Israels.

In seinen 50 Jahren beim Israel Philharmonic Orchestra dirigierte Mehta Tausende von Konzerten. 1982 während des Libanonkrieges gab er ein Konzert im Südlibanon, um die am Krieg beteiligten Soldaten zu ermutigen. Er wurde auch von libanesischen Arabern umarmt, die auf die Bühne eilten, um ihn zu küssen und zu umarmen.

Mehta hat mit dem Orchester zahlreiche Freiluftkonzerten an historischen Orten wie Masada, Jerusalems Solomons Pools, Yad Vashem und dem Schriftrollenpark am Toten Meer durchgeführt.

Während des Golfkrieges 1991 bestand Mehta darauf, in Tel Aviv aufzutreten, das von Saddam Hussein bombardiert wurde, während das Publikum während des Konzerts seine Gasmasken auf dem Schoß hielt.

Bei einem Konzert 2007 in Nazareth vor einem arabischen Publikum erklärte Mehta den Teilnehmern, dass er eine tiefe Beziehung mit dem jüdischen Volk habe. Später veranlassten palästinensische Demonstranten die BBC, sein Londoner Proms-Sommerkonzert in der Royal Albert Hall abzubrechen.

Zubin Mehta unterstützt weiterhin die Entdeckung und Förderung von musikalischen Talenten auf der ganzen Welt. Die Buchmann-Mehta Musikschule in Tel Aviv förderte junge Talente in Israel und ist eng mit dem Israel Philharmonic Orchestra verbunden, ebenso wie ein neues Projekt, bei dem junge arabische Israelis mit lokalen Lehrern und Mitgliedern des Israel Philharmonis Orchestra unterrichtet werden.

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