Israel tut nicht genug, um die Söhne nachhause zu bringen

Die Israelische Regierung würde nicht genug tun, um die gefallenen Söhne nachhause zu bringen, beschuldigte Lea Goldin, Mutter des im Gazakrieg 2014 gefallenen Soldaten Hadar Goldin, in einem Interview des Fernsehsenders Channel 2.

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Am Wochenende sendete der Fernsehkanal Channel 22 ein Interview mit Lea Goldin, Mutter des im Gazakrieg 2014 im Gazastreifen ums Leben gekommene Hadar Goldin, dessen Leiche, wie auch des ebenfalls im Gazastreifen gefallenen Soldaten Oron Shaul, bis heute von der Hamas festgehalten wird. Dabei kritisiert sie die Israelische Regierung, vor allem Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Lieberman. Es würde nicht genug Druck auf die Hamas ausgeübt werden.

Dem Interview ging die Meldung vom Rücktritt von Lior Lotan, Verantwortlicher für die Verhandlungen zur Freilassung von Gefangenen, voraus. Lotan hatte diese Aufgabe unentgeltlich für das Büro des Ministerpräsidenten übernommen. Die Familien der Soldaten Goldin und Shaul bedankten sich für seinen Einsatz, sagten aber auch, dass man sich von der Regierung alleingelassen fühle.

Der Rücktritt sei nicht überraschend gekommen, sagte Lea Goldin im Interview. Drei schwierige Jahre lägen zurück, in denen die Regierung immer wieder versprochen hätte, Hadar und Oren zurückzubringen. Diese Hoffnung würde sich nun vor ihren Augen auflösen, sagte sie verzweifelt.

Sie beschuldigte die israelische Regierung, dass sie jeden Versuch von Lotan, Hadar und Oren zurückzubringen, immer wieder torpediert hätte. Dies sei auch der Grund für seinen jetzigen Rücktritt gewesen.

Weiter beschuldigte sie Verteidigungsminister Lieberman, er würde sich weigern, mit der Hamas über das Zurückbringen der Söhne zu verhandeln. In jedem Krieg habe Israel alles dafür getan, seine Soldaten wieder nachhause zu bringen. Die Mütter von zukünftigen Soldaten warnte sie, dass sie sich darüber im Klaren sein müssen, dass, wenn ihre Söhne in den Kampf geschickt werden, es nicht mehr sicher sei, dass die Regierung sie wieder nachhause bringen würde. Man erwartet, dass für den zurückgetretenen Lior Lotan schnell ein Ersatz gefunden wird.

Verteidigungsministwer Avigdor Liebeman reagierte heute (Sonntag) auf die harte Kritik seitens Goldin.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

„Zunächst möchte ich mich bei Lior Lotan für seine Arbeit bedanken. Ich nehme die Kritik der Familien Goldin und Shaul mit Verständnis an und werde weiterhin persönlich dazu verpflichtet sein, die Söhne von Goldin und Shaul sowie der Bürger, die im Gazastreifen gegen Internationales Recht festgehalten werden, zurückzubringen“, sagte er.

Weiter betonte Lieberman, das man nicht zu den Fehlern bei der Aktion zur Befreiung des Soldaten Gilad Shalit zurückkehren dürfe, bei dem 1027 Terroristen freigelassen worden waren, darunter Mörder und Anstifter zum Mord. 202 von ihnen seien später wieder festgenommen worden, nachdem sie wieder mit terroristischen Aktivitäten beschäftigt gewesen waren. Sieben Menschen seien wegen ihnen ums Leben gekommen.

Bild: Lea Goldin, Mutter von Hadar Goldin in einer Sitzung des Knesset-Komitees im April bezüglich eines Reports über den Gazakrieg 2014 (Foto: Hadas Parush/Flash90)

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