Sich mit Friedrich Hänssler zu unterhalten ist immer spritzig, spannend und aufschlussreich. Wenn ich in Deutschland bin, treffen wir uns hin und wieder in seinem Büro. Wir reden über alles Mögliche, viel über Israel. Er kommt immer auf den Punkt, ist offen und der klassische Gesprächspartner für ein Interview. Er fasst sich kurz und gibt echte Antworten. Für den 88‑Jährigen ist die Musik lebenswichtig. Aber auch seine Liebe zum Volk Israel ist ein wichtiges Kapitel in seinem Leben. Das ist nicht selbstverständlich. Im Gespräch mit Chefredakteur Aviel Schneider beklagt er die schwindende Bibelkenntnis und das Verblassen christlicher Glaubensinhalte im christlichen Abendland Europa. Und er spielt die HaTikwa auf dem Klavier vor. Ein Mann, dessen Hoffnung nicht gespielt ist: „Israel ist Gottes Wahl, deswegen stehe ich auf der Seite Israels!“
Israel Heute: Israel mit seinen acht Millionen macht nur 0,1 Prozent der acht Milliarden Erdenbürger aus. Und dennoch macht Israel in den Weltmedien mehr Schlagzeilen als alle anderen. Was reizt die Medien so sehr an dieser Mini-Nation?
Hänssler: Das ist die Geschichte von David und Goliath, die sich heute wiederholt im Völkergeschehen. Ein großer Teil Unverständnis ist dabei. Die Einzigartigkeit Israels kommt darin zum Ausdruck.
IH: In den Mainstream-Medien in Deutschland und Europa wird über Israel oft unfair berichtet. Wird es missverstanden? Oder verstecken sich hinter der kritischen Berichterstattung andere Absichten?
Hänssler: Einerseits ist es Unkenntnis durch jahrzehntelange gezielte Desinformation, andererseits eine bewusste oder unbewusste grundsätzliche Ablehnung der Tatsache, dass Israel Gottes auserwähltes Volk ist.
IH: Häufig werden die jüdischen Siedlungen in den so genannten besetzten Gebieten als Hindernis für den Frieden mit den Palästinensern dargestellt. Glauben Sie, dass Israel mit der Abgabe von Judäa, Samaria und Ostjerusalem die Palästinenser befriedigen und damit den langersehnten Frieden erringen würde?
Hänssler: Das kann ich mir nach meiner derzeitigen Kenntnis der Sachlage überhaupt nicht vorstellen. Israel hat zum Beispiel freiwillig den Gazastreifen abgegeben und was wurde daraus? Ein Pulverfass!




