Guten Morgen liebe Leser!
Seit den Ereignissen vom Montag an der Grenze zum Gazastreifen sieht es ganz danach aus, als hätten wir den Kampf um das Image Israels im Ausland verloren. „Hasbara“ nennen wird das, übersetzt wie „Aufklärung“. Damit meinen wir, die Situation hier bei uns zu erklären. Und auch wenn Israel alle bisherigen Kriege gewonnen hat, den „Krieg der Aufklärung“ haben wir wieder einmal verloren. 61 Tote machen im Ausland eben keinen guten Eindruck, ganz egal, was der Grund dafür gewesen ist.
Auch in der Türkei hat man jetzt wieder einen Grund, Israel zu kritisieren. Dort wurde Israel vom türkischen Präsidenten Erdogan sogar beschuldigt, gegen die Bewohner des Gazastreifens einen Holocaust zu begehen. Gleichzeitig schmiss er den israelischen Botschafter aus dem Land. Er musste das Land umgehend verlassen. Und anscheinend sollte er auch den Hass der Türkei am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Die Presse wurde eigens dafür zum Flughafen eingeladen, um mit dabei zu sein, wenn die türkischen Sicherheitsbeamten dem israelischen Botschafter nicht nur die Schuhe auszogen, sondern sich auch an seiner Hose zu schaffen machten.
Schuhe aus und körperliche Durchsuchung am israelischen Botschafter auf dem Flughafen in IstanbulEin Diplomat, und das ist ein Botschafter, auch wenn er des Landes verwiesen wird, darf gar nicht durchsucht werden, er genießt die diplomatische Immunität. Aber das schien den Türken egal zu sein. Vielleicht war es auch eine klein Rache gegen die Erniedrigung des türkischen Botschafters vor 8 Jahren, als er zu einem Gespräch ins israelische Außenministerium geladen wurde und auf einem niedrigen Sofa gesetzt wurde, während der damalige stellvertretende israelische Außenminister Danny Ayalon deutlich höher saß und von oben heran auf den türkischen Botschafter schaute. Dies geschah völlig aus Absicht, nicht sonderlich klug, der Botschafter war wegen einer anti-israelischen TV-Serie, die in der Türkei ausgestrahlt wurde, zu einem klärenden Gespräch eingeladen worden. Später entschuldigte sich Ayalon für den Vorfall.
Unsere Beziehungen zu der Türkei sind also wieder auf einem weiteren Tiefpunkt angelangt. Doch wen stört das eigentlich? Die Türkei war wohl wegen ihrer billigen Hotels, besonders in Antalya, auch bei vielen Israelis sehr beliebt. Wir Israelis lieben das „alles im Preis inkludiert“-System der türkischen Hotels. Doch in einer Zeit, wo zigtausende Türken gegen Israel demonstrieren und wo israelische Journalisten auf der Straße körperlich angegriffen werden, wie es gestern einem Reporter der „Hahadashot“ Nachrichten geschah, als er und sein Kameramann als Israelis „entlarvt wurden“ und der Kameramann auf den Kopf geschlagen wurde, haben wir dort nichts mehr zu suchen.
So lecker der türkische Döner auch ist, da ist mir unsere Shawarma viel lieber. Überhaupt, was brauchen wir die Türkei, wenn es doch hier in Israel nicht an tollen Urlaubsorten fehlt. Es gab gestern sogar einen Aufruf an die Israelis, Urlaub im eigenen Land zu machen. Wenn die Preise nur etwas niedriger wären, wäre ich sofort dabei. Aber eine Pita mit Shawarma wäre doch eine gute Idee für die heutige Mittagspause.
Wer braucht Döner? Wir haben unsere ShawarmaUnd jetzt noch das Wetter für heute in Israel, es wird heiß, sehr heiß:
Heiter bis wolkig mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Sharav, sehr heiß und trocken. Am Nachmittag starke nördliche Winde an der Küste. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 34 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 37 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.37 m unter dem Meeresspiegel.
Und jetzt wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und ruhigen Donnerstag, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




