Israel Heute Morgen

Heute ist es endlich soweit, Amerika wählt einen neuen Präsidenten, oder Präsidentin. In den letzten Tagen wird kaum noch über etwas Anderes berichtet. Ein paar Worte über israelische Journalisten und die heutigen Wahlen in den USA, eine Fernsehreportage, die Benjamin Netanjahu sehr verärgert hat und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Heute ist es endlich soweit, Amerika wählt einen neuen Präsidenten, oder Präsidentin. In den letzten Tagen wird kaum noch über etwas Anderes berichtet. Ich gebe zu, auch ich bin gespannt, wer am Ende das Rennen machen wird, auch wenn hier bei uns mit der Berichterstattung vielleicht doch etwas übertrieben wird. Alle drei Fernsehkanäle haben Studios in den USA aufgemacht, zig Journalisten sind in die USA geflogen, um von dort zu berichten. Da werde ich so richtig neidisch auf meine ehemaligen Kollegen vom Israelischen Rundfunk, IBA. Aber nein, ich bin froh, rechtzeitig den Absprung geschafft zu haben, denn keiner weiß momentan, wie es mit dem Rundfunk, dem öffentlichen Rundfunk, weitergehen wird. Da sitze ich doch lieber hier in meinem Büro bei Israel Heute und berichte Ihnen, was hier in Israel so los ist.

Und ich liebe den Blick aus meinem Fenster, hier im Zentrum Jerusalems. Auch heute ist der Himmel wieder strahlend blau, die Temperaturen angenehm. Doch ab morgen soll es wieder sehr warm werden, vielleicht ein Abschiedsgeschenk dieses langen Sommers. Gerade bei uns zuhause in Modiin soll es besonders warm werden, bis zu 31 Grad. Das ist der November hier in Israel.

Und nun das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 24 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 28 Grad, am Toten Meer 31 Grad, Eilat am Roten Meer 30 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.74 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern Abend wurde im zweiten Programm eine Reportage im Rahmen des vielgesehenden Programms „Tatsache“, auf Hebräisch „Uvda“, der bekannten Journalistin Ilana Dayan gesendet. Sie gab den Zuschauern einen Einblick hinter die Kulissen des Amtssitzes des Ministerpräsidenten. „Was passiert hinter der Glastür des Amtssitzes von Benjamin Netanjahu?“, hieß es in der Promo zum Programm. „Wie werden dort, im Aquarium (wie der Amtssitz von Netanjahu in der Reportage genannt wird), Entscheidungen getroffen?“. In der Reportage wurden ehemalige Mitarbeiter interviewt. Es wurde berichtet, das Netanjahu bei der Wahl von passenden Kanditaten für wichtige Positionen zunächst einmal Wert darauf legt, dass die Kandidaten treu sind, ob sie auch die erforderlichen Qualifikationen für den Posten haben, sei weniger entscheidend. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Netanjahus Ehefrau Sarah. Sie soll bei vielen Gesprächen Netanjahus anwesend gewesen sein und auch Einfluss auf die Wahl passender Personen für öffentliche Stellen gehabt haben.

(Foto: Ilana Dayan, gestern im Fernsehprogramm)

Am Ende der Reportage berichtete Ilana Dayan, dass sie nicht weniger als 32 Fragen an den Amtssitz von Netanjahu geschickt hätte, aber statt Antworten nur einen langen Brief erhalten hätte, den Netanjahu verlangte, am Ende der Sendung vorzulesen. Und das tat die Journalistin. Der Brief begann damit, dass Netanjahu davon überzeugt sei, dass sein Brief zensiert werden würde und nicht in voller Länge vorgelesen werden würde. Doch er wurde in voller Länge präsentiert. Netanjahu beschuldigt Ilana Dayan, dass sie eine linke und unehrliche Journalistin sei, die alles dafür täte, um die Regierung zu stürzen und sich für eine linke Regierung einsetze. Dabei werden im Brief zahlreiche Beispiele gegeben, die belegen sollen, dass Ilana Dayan nur linke Organisationen unterstütze.

Ich war schon ziemlich erstaunt über diese lange Reaktion Netanjahus. Daher scheint es nicht verwunderlich zu sein, dass ihm die Zukunft des Rundfunks in Israel so wichtig ist. Die neugegründete Sendekooperation „KAN“ möchte er gerne wieder schließen, sie soll zu links gerichtet sein. Die Beweise dafür hätte der Koalitionsvorsitzende David Bitan in den Facebook-Konten der Journalisten des neuen Rundfunks gefunden.

Sie sehen, auch ohne die Wahlen in Amerika wird es hier bei uns nicht langweilig sein, ein heißer Winter steht uns bevor.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Dienstag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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