Israel Heute Morgen

Heute früh auf meinem Weg zum Redaktionsgebäude hätte ich schon fast eine Jacke gebraucht. Es war so richtig schön kühl! Ein paar Worte über Jerusalem am frühen Morgen, das sich nähernde Neujahrsfest, religiöse Soldaten in der israelischen Armee und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Heute früh auf meinem Weg zum Redaktionsgebäude hätte ich schon fast eine Jacke gebraucht. Es war so richtig schön kühl! Ich gehe jeden Morgen zu Fuss vom Parkplatz meines Autos zur Redaktion. Ich liebe diesen Weg. Er führt mich über die Jaffa-Strasse durch den Machane-Jehuda-Markt bis ins Stadtzentrum. Bei zügigem Lauf lege ich die Strecke in 10-15 Minuten zurück. Dieser Fußmarsch tut mir gut und macht Spaß. Er ist Teil meines Alltages geworden. Auf dem Markt herrscht schon um 7 Uhr früh ein reges Treiben. Lastwagen bringen die Waren zu den Ständen. Ich muss mir meinen Weg durch ein Labyrinth von Lastern, Schubkarren und Kartons suchen bis ich dann die ruhigen Gassen des Stadtteils „Lev Ha’ir“ erreiche. Dann bin auch schon fast am Ziel. Sie können mich ja Mal auf meinem Weg begleiten an einem unserer gemeinsamen Donnerstag-Spaziergängen.

Und jetzt das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem leichten Temperaturrückgang. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 26 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt derzeit bei -213.52 m unter dem Meeresspiegel, Tendenz sinkend.

Am nächsten Sonntag feiern wir am Abend den Beginn des neuen jüdischen Jahres, Rosh HaShana. Bis dahin muss bei uns noch einiges vorbereitet werden. Denn an den Feiertagen werden wir uns mit der Familie treffen. Ich habe also noch etwa vier Tage Zeit, für das Festessen und die Tage danach einzukaufen. Honig, einen der wohl wichtigsten Bestandteile des Neujahrs-Festes, habe ich schon genügend gekauft. In den Medien warnte man uns, dass es zu Engpässen bei Honig kommen könnte. Und ein Neujahr ohne Honig ist unvorstellbar! Denn wir wollen das Jahr doch süß beginnen. Sie sehen, es ist nie langweilig bei uns. Gerade hat das Schuljahr begonnen, da bereiten wir uns jetzt schon wieder auf die Feiertage vor.

Die Tageszeitungen berichten heute fast ausschließlich über die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA und die Treffen von Ministerpräsident Netanjahu mit den Kandidaten Hilary Clinton und Donald Trump.

Ein weiteres heute aktuelles Thema ist, dass es religiösen Soldaten nun erlaubt werden soll, von Veranstaltungen fernzubleiben, wenn dort Frauen anwesend sind. So brauchen sie nicht zusammen mit ihnen Wache zu schieben oder bei Kursen teilzunehmen, die von Frauen durchgeführt werden. Sie können darum bitten, freigestellt zu werden. Auch die Jerusalem Post hat darüber berichtet. Diese Regelung soll allerdings nicht für offizielle Zeremonien gelten. Das klingt zunächst nicht so gut. Hinter diesem Beschluss steht, dass die Armee jeden Soldaten einen angenehmen Militärdienst ermöglichen will. Man respektiert den Glauben der religiösen Soldaten. Bis jetzt kam es oft zu unangenehmen Momenten, wenn religiöse Soldaten gewissen Veranstaltungen fernblieben. Das möchte man vermeiden, in dem man schon im Voraus so planen kann, dass die religiösen Soldaten sich nicht in eine für sie unmögliche Situation wiederfinden.
Viele mögen jetzt denken, dass die Frau im Judentum eine untergeordnete Rolle spielt. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Die Armee möchte jedem den Dienst in der Armee ermöglichen, daher hat man sich wohl zu diesem Schritt entschlossen. Vielleicht werden wir jetzt mehr orthodoxe Juden in Uniform sehen. Wir müssen und gegenseitig respektieren. So ist es für mich selbstverständlich, dass ich einer religiösen jüdischen Frau nicht die Hand zur Begrüßung reiche. Das ist nicht unhöflich sondern zeigt den Respekt, den ich ihr gegenüber zeige. Viel unangenehmer wäre es, wenn ich ihr die Hand reichen würde und sie es ignorieren müsste. Nur mit gegenseitigem Verständnis können wor etwas erreichen. Natürlich heisst das auch, dass die orthodoxen Juden die säkularen Juden respektieren müssen und ihnen nicht vorschreiben kann, am Shabbat zum Beispiel nicht mit dem Auto zu fahren. Ich gebe zu, dass es vielleicht noch einige Zeit dauern kann, bis wir alle es lernen werden, miteinander leben zu können.
Sie sehen, auch unter uns Juden gibt es noch genug Probleme, die zu lösen sind. Um so schwieriger wird es sein, eine friedliche Lösung für den ganzen Konflikt hier bei uns zu finden. Aber wir müssen optimistisch bleiben. Das ist ein guter Vorsatz für das neue Jahr, dass wir am Sonntag mit hoffentlich viel Honig begrüssen werden.

Nun wünsche ich Ihnen einen wundervollen Montag und einen guten Start in die Woche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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