Israel Heute Morgen

Es ist warm. Es ist sogar sehr warm heute früh in Jerusalem und es soll noch viel wärmer werden. Ein paar Worte über den Jerusalemer Stadtteil Pisgat Zeev mit Erinnerungen an meine Zeit dort und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Es ist warm. Es ist sogar sehr warm heute früh in Jerusalem und es soll noch viel wärmer werden. Für diese Woche ist eine Hitzewelle angesagt. Für Jerusalem sind am Dienstag Temperaturen von bis zu 36 Grad angesagt. Da bleibt man dann doch lieber im Büro nahe an der Klimaanlage.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen, im Landesinneren und in den Bergen überdurchschnittlich warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist seit Freitag um zweieinhalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.305 m unter dem Meeresspiegel.

Ich bin heute etwas später als sonst in unserer Redaktion eingetroffen. Wie Sie ja schon wissen, haben in der Mittel- und Oberstufe bereits die Sommerferien begonnen und das hat auch Einfluss auf meinen Tagesablauf. Mein Sohn hat sich mit Freunden in Jerusalem verabredet. Seitdem wir von Jerusalem nach Modiin gezogen sind, ist es Tradition geworden, dass sie sich in den Sommerferien gegenseitig besuchen. Ich finde es schön, dass unser Sohn den Kontakt zu seinen Freunden in Jerusalem so gut gepflegt hat. So durfte ich heute früh erst einmal in unseren früheren Stadtteil fahren, Pisgat Zeev, wo wir gewohnt hatten. Pisgat Zeev liegt im Nordosten Jerusalems, es ist fast eine Enklave, um Pisgat Zeev herum befinden sich arabische Stadtteile wie Beit Hanina und Shoafat, nordöstlich arabische Dörfer in der sogenannten „Westbank“. Damals konnte ich das Dorf Hizme von meinem Wohnzimmerfenster aus sehen. Gegenüber von Pisgat Zeev befindet sich auch das „Flüchtlingslager“ Shoafat. Seitdem wir umgezogen sind, sind dort mehrere Hochhäuser gebaut worden, unglaublich, wie schnell dort gebaut wird.

”Flüchtlingslager” Shoafat, massiver Bau in den letzten Jahren (Foto: Miriam Alster/Flash90)

Darum herum befindet sich die berühmte Sicherheitsmauer. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit vor der Mauer, als wir gerade nach Pisgat Zeev gezogen waren, in den damals neuen Teil Pisgat Zeev Ost. Dieser Teil war damals sehr gefragt. Zu der Zeit mussten wir immer am Eingang von Shoafat, dem „Flüchtlingslager“, nicht dem Stadtteil, vorbeifahren. Es gab dort einen kleinen Minimarkt, wo auch die Bewohner von Pisgat Zeev mal kurz hielten, um etwas einzukaufen.

Pisgat Zeev (links) und das “Flüchtlingslager” Shoafat (rechts), durch die Mauer getrennt (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Das ist heute unvorstellbar. Wir sind zu der Zeit umgezogen, als in Oslo die „Osloer Verträge“ unterzeichnet wurden. Ich war sehr skeptisch, ob und dieses Abkommen etwas Gutes bringen würde. Die Antwort kennen wir jetzt leider. Später wurde eine neue Zugangsstraße nach Pisgat Zeev gebaut, mit einer großen, sehr beeindruckenden Brücke. Nun musste man nicht mehr auf der alten Straße an Shoafat vorbeifahren. Pisgat Zeev mit seinen über 50.000 Einwohnern ist heute der größte Stadtteil einer Stadt in Israel. Mit der Zeit hat sich der Stadtteil verändert, es kamen immer mehr religiöse Juden, die Zahl der sekulären Juden nimmt ab. So war zum Beispiel die Grundschule meiner Kinder fast von der Schließung bedroht. Im Jahrgang unseres jüngsten Sohnes gab es nur noch zwei Klassen mit um die 18 Schüler, normalerweise sind in Israel bis zu 35 Kinder in einer Klasse, was natürlich viel zu viel ist. Auch die politische Situation wurde immer schlechter, zur Zeit von Ministerpräsident Barak sprach man schon von einer Teilung der Stadt, Pisgat Zeev wäre eine Insel in einem Palästinensischen Staat gewesen, nur mit einer Brücke verbunden. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen, die Wohnungen verlieren immer mehr an Wert. Dabei lebt es sich dort eigentlich sehr gut. Besonders, seit dem die Straßenbahn dort ihre erste Station hat. Unsere Kinder denken sehr gerne an ihre Kindheit in Pisgat Zeev zurück. Alles war in der Nähe, die Schule direkt über unserem Haus, auch das Judotraining und der Musikunterricht waren ganz in der Nähe. So mache ich also immer eine kurze Reise in die Vergangenheit, wenn ich meinen Sohn zu seinen Freunden nach Pisgat Zeev bringe und fahre dann auch immer kurz an unserer alten Wohnung vorbei, wo wir 17 Jahre lang gewohnt haben, vorher wohnten wir zwei Jahre zur Miete eine Straße weiter.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Sonntag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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