Israel Heute Morgen

Heute ist es endlich soweit! Der Tag, auf den alle Schüler der Mittel- und Oberstufe ein ganzes Jahr lang gewartet haben: Die Sommerferien beginnen! Ein paar Worte und Gedanken über zuviele Verkehrsunfälle in Israel, ein persönliches Erlebnis auf meinem Weg nach Jerusalem und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Heute ist es endlich soweit! Der Tag, auf den alle Schüler der Mittel- und Oberstufe ein ganzes Jahr lang gewartet haben: Die Sommerferien beginnen! Heute bekommt unser jüngster Sohn sein Zeugnis. Unsere Tochter hatte gestern ihre letzte Abiturprüfung gehabt. Jetzt ist es für sie mit der Schule vorbei, sie kann es selber kaum fassen. Die Schule schien etwas unendliches zu sein, doch nun beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Und für uns natürlich auch. Das werden wir aber erst Mitte August merken, wenn unsere Tochte ihren Armeedienst beginnen wird. Unser Sohn kann sich jetzt erst einmal zweieinhalb Monate lang ausruhen. Der Sommer ist da.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen. In der kommenden Nacht kann es im Norden und an der Küste zu leichtem Nieselregen kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.255 m unter dem Meeresspiegel.

In den letzten Tagen hat es hier bei uns sehr viele Verkehrsunfälle gegeben. Fußgänger wurden angefahren, Motorradfahrer schwer verletzt. Am tragischsten war ein Unfall im Sharongebiet. Dort ist ein altes Ehepaar ums Leben gekommen, als sie mit ihren Auto frontal mit einem Lieferwagen zusammengestoßen waren. Sie starben noch am Unfallsort, im Alter von 86 und 81 Jahren. Was für ein trauriges Ende eines langen Lebens. Wie schnell es zu einem Unfall kommen kann, hätte ich gestern auf meinem Weg nach Jerusalem fast am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Ich hatte gerade Modiin verlassen und fuhr auf der Straße in Richtung der Schnellstraße 1, als mir in einer Kurve plötzlich ein Auto mit hoher Geschwindigkeit auf meiner Fahrbahn entgegenkam. Der Fahrer war viel zu schnell gefahren und konnte in der Kurve die Spur nicht halten. Ich bekam einen großen Schrecken. Plötzlich rast ein Auto auf meiner Fahrspur auf mich los. Zum Glück waren wir noch weit genug voneinander entfernt, um rechtzeitig reagieren zu können. Ich wich auf den Straßenrand aus, der Fahrer mir gegenüber konnte auf die Straßenmitte ausweichen. Das alles spielte sich innerhalb einiger Sekunden ab, doch mir kam das viel länger vor. Erst später wurde mir klar, dass ich großes Glück gehabt habe. In einem Moment hätte auch ich ein Teil der Unfallstatistiken werden können.

Immer wieder wird hier in Israel versucht, gegen die Verkehrsunfälle etwas zu tun, dafür gibt es zum Beispiel die Nationale Behörde zur Straßensicherheit. Diese Behörde bemüht sich, den Menschen die Gefahren im Straßenverkehr zu erklären, es werden Workshops angeboten, freiwillige Helfer gehen in Schulen und Kindergärten und erklären den Kindern, wie sie eine Straße zu überquren haben und noch vieles mehr.

Video: Wächter der Straße

Relativ neu ist das Projekt mit dem Namen „Wächter der Straße“. jeder Autofahrer kann so ein Wächter werden. Dabei geht es darum, dass Autofahrer, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden oder schwere Verstösse gegen die Verkehrsordnung begehen, auf frischer tat ertappt werden. Dazu gibt es eine App für das Smartphone, das an der Windschutzscheibe des Autos angebracht wird. Während einer Fahrt filmt die Kamera des Smartphones den Weg. Wenn der Fahrer, der Wächter der Straße also, ein anderes Auto sieht, das den Verkehr gefährdet, auf Rot über die Ampel fährt, andere Autos bedrängt oder andere Delikte begeht, dann kann er dieses Auto mit dem Smartphone fotografieren und die Aufnahme mit der App an die Polizei weiterleiten, die die Berichte dieser freiwilligen Wächter dann auswertet. Der Verkehrssünder bekommt dann einen Strafzettel nachhause geschickt. Im Radio wird sehr viel dafür geworben, sich freiwillig als Wächter zu melden. Wer sich dafür interessiert, muss erklären, die Verkehrsregeln zu beachten. Eigentlich selbstverständlich. Ich werde auf jeden Fall wieder meine Dashcam anbringen, damit hätte ich mein gestriges Erlebnis dokumentieren können.

Gestern las ich in der Zeitung, dass 41% der Autofahrer während der Fahrt noch mit etwas anderem als das Fahren beschäftigt sind, 16% halten das Handy in der Hand, 11% telefonieren ohne Freisprechanlage, 8% beschäftigen sich mit den auf dem Rücksitz befindlichen Mitfahrern oder dort befindlichen Gegenständen, 8% essen beim Fahren, 5% schminken oder rasieren sich, lesen die Zeitung oder ein Buch. Wenn wir alle mal ehrlich sind, jeder von uns hat sicher schon mal einige dieser Dinge gemacht. Es wird jetzt empfohlen, die Strafen zu erhöhen, denn am besten kann man den Autofahrer über seine Geldbörse erziehen. Auch werden mehr Polizeiwagen gefordert, die auf den Straßen präsent sind. Ich hoffe sehr, dass sich die Autofahrer etwas mehr zusammenreißen werden, um diese sinnlosen Unfälle zu vermeiden.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und sicheren Dienstag, fahren sie langsam und aufmerksam. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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