Israel Heute Morgen

Auf meinem Weg nach Jerusalem wurde im Radio fast nur über die deutsch-israelischen Beziehungen gesprochen. Ein paar Worte über den deutschen Außenminister und die diplomatische Krise von gestern, eine Zeremonie in der Schule meines Sohnes für die Übergabe des israelischen Personalausweises und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Auf meinem Weg nach Jerusalem wurde im Radio fast nur über die deutsch-israelischen Beziehungen gesprochen. Auch in den Zeitungen beschäftigt man sich heute auf den ersten Seiten mit dem diplomatischen Vorfall von gestern. „Deutscher Außenminister spuckt in Israels Gesicht „, lautete die Überschrift eines Kommentars in der Zeitung Ma’ariv. Eine Mehrheit der in den israelischen Medien Befragten hatte eine ähnliche Einstellung und unterstütze die Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, sich nicht mit Sigmar Gabriel zu treffen. Die Beharrung des deutschen Ministers, sich mit den von ihm als Menschenrechtsorganisationen bezeichneten Organisationen Breaking the Silence und B’Tselem zu treffen, wurde hier bei uns größtenteils verurteilt. Gabriel würde aus politischen Gründen handeln, um die Linken in Deutschland bei den kommenden Bundestagswahlen für sich zu gewinnen, war die Meinung eines politischen Kommentators im Radio. Er hätte bewusst provozieren wollen. Wie hätte man in Deutschland reagiert, wenn sich der israelische Ministerpräsident dort mit Vertretern einer Organisation treffen würde, die die in Afghanistan stationierten deutschen Bundeswehrsoldaten als Kriegsverbrecher bezeichnet. Denn das sei genau das, was Organisationen wie Breaking the Silence und B’Tselem tun würden. Netanjahu habe richtig gehandelt, Gabriel nicht zu empfangen. Der ehemalige israelische Botschafter in den USA, Michael Owen, sagte, es gehe nicht an, daß sich Politiker, die zu Gast in Israel sind, sich in die inneren Angelegenheiten Israels einmischen würden. Auch wurde der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin kritisiert, der Sigmar Gabriel trotz der diplomatischen Krise in seinem Amtssitz empfangen hatte. Gabriels Treffen mit Breaking the Silence und B’Tselem hatte dann am Ende des Tages in aller Stille in Herzlia ohne die Anwesenheit der Medien stattgefunden.

Ich kann dieses Beharren des deutschen Ministers auf das Treffen mit diesen Organisationen auch nicht verstehen. Es war klar, das dies eine Krise auslösen würde. So benimmt man sich nicht als Gast. Dies war ein offizieller Besuch des deutschen Außenministers, da ist für Treffen dieser Art kein Platz. Auch die Weigerung Gabriels, mit Netanjahu zu telefonieren, ist meiner Meinung nach mehr als unverschämt gewesen. Dazu kommt die Tatsache, dass Gabriel sich schon in der Vergangenheit Israel gegenüber alles andere als freundlich geäußert hatte. Er hatte bei einem Besuch in Hebron im Jahr 2012 Israels Vorgehen als Apartheid bezeichnet. Palästinenserchef Mahmud Abbas wurde von ihm als sein Freund bezeichnet. Es muss ihm doch klar gewesen sein, dass er mit seinem Benehmen eine Krise auslöst. Auch wenn er gestern sagte, dass der Vorfall sich nicht auf die guten Beziehungen zwischen den Ländern auswirken würde, die Krise ist da, der Schaden ist angestellt. Ich bin neugierig, wie es nun weitergehen wird.

Und nun zum Wetter. Das Thermometer klettert wieder langsam nach oben, besonders in den Bergen und im Landesinneren soll es heute deutlich wärmer werden, eine Art Sharav entwickelt sich.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. In den Bergen und Landesinneren wird es überdurchschnittlich warm werden, die Luft wird trockener, Sharav. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth bleibt unverändert und liegt bei -212.945 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern hat in der Schule meines Sohnes eine Zeremonie zum Erhalt des Personalausweises stattgefunden, davon hatte ich Ihnen ja gestern schon erzählt. Dieses Ereignis wird besonders gefeiert, der Erhalt des israelischen Personalausweis symbolisiert die Aufnahme der Schulkinder in die israelische Gesellschaft, als ein Teil des Staates Israel, bald werden sie aktiv an der Gestaltung des Landes teilnehmen können, sie werden wählen dürfen. Sie sind die Zukunft der israelischen Gesellschaft. Die Zeremonie begann mit dem Singen der Nationalhymne, der „Hatikva“. Dann wurden Reden gehalten, Schülergruppen spielten und sangen, es wurden Videos gezeigt von den zahlreichen Aktivitäten der Schüler, eine Turngruppe fürte akrobatische Übungen vor mit Einbeziehung der israelischen Fahne, dann begann die Verteilung der Ausweise.

Die Namen wurden klassenweise und in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen. Das war gut, so kam mein Sohn relativ schnell an die Reihe. Wie seine Schulkameraden betrat er die Bühne, wurde von Lehrern umarmt, eine Stellvertreterin des israelischen Innenministeriums überreichte den Ausweis, dann schnell noch ein Foto und runter von der Bühne. Ich wartete schon an der Treppe. Obwohl der Erhalt des Personalausweises eigentlich eine ganz normale Sache ist, war ich emotionell berührt, denn es ist ein weiterer Schritt des Erwachsenwerdens, auch mein jüngster Sohn ist kein kleines Kind mehr. Ich schaute mir den neuen Ausweis an, klopfte meinem Sohn auf die Schulter, dann ging es zum Auto.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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