Israel Heute Morgen

Heute früh war es so richtig frisch draußen. Kaum zu glauben, dass wir am Wochenende die Klimaanlage anschalten mussten. Ein paar Worte und Gedanken über die gestrige Attacke in Tel Aviv, den heutigen Gedenktag an die Opfer des Holocaust, Erinnerungen an meine Schulzeit und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Heute früh war es so richtig frisch draußen. Kaum zu glauben, dass wir am Wochenende die Klimaanlage anschalten mussten. Doch wie das nun mal so ist im israelischen Frühling, werden die Temperaturen ab morgen wieder langsam nach oben klettern, bis es dann am Donnerstag wieder richtig heiß werden soll, allerdings nicht so extrem wie am letzten Wochenende.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig, Temperaturen unverändert. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 28 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um 2 Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -212.94 m unter dem Meeresspiegel.

Wie Sie sehen, beginnt der Wasserpegel des Genezareth Sees jetzt wieder zu sinken.

Gestern ist ein 18-jähriger Araber in Tel Aviv in die Lobby eines Hotels nahe der Strandpromenade gegangen und hat dort mehrere Menschen mit einem Schraubenzieher angegriffen, zum Glück wurden sie nur leicht verletzt. Der Angreifer (kann ich ihn Terrorist nennen?) konnte kurz darauf gefasst werden. Ich verfuhr davon erst, als ich schon die Redaktion verlassen hatte und auf dem Weg zu meinem Auto war. Nur einige Tage zuvor war meine Frau mit unserer Tochter in der Nähe der Hotels auf der Promenade spazieren. Dann beginnt man oft mit den „Was wäre, wenn“ Gedanken. Mehr als einmal war es auch mir passiert, dass ich kurz vor oder nach einem Anschlag an genau dem Ort gewesen war, wo der Anschlag passierte. Erinnern Sie sich an den schrecklichen Anschlag in der Sbarro Pizzeria an der Jaffo-Strasse? Am 9. August 2001 jagte sich ein Terrorist dort in die Luft und riss 15 Menschen mit in den Tod, 130 Menschen wurden verletzt. Ich hatte mit meiner Familie nur 20 Stunden vorher dort gesessen. Mehr über den gestrigen Vorfall später in unseren Meldungen.

Heute ist der Gedenktag an die Opfer des Holocaust. Um 10 Uhr Ortszeit werden, wie ich Ihnen schon gestern geschrieben hatte, im ganzen Land die Sirenen für zwei Minuten ertönen, das Land wird stillstehen, um der 6 Millionen Juden zu gedenken, die von den Nazis ermordet worden waren. Unfassbar, unbegreiflich. Bis heute kann ich es mir nicht erklären, wie es dazu kommen konnte. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, bin dort zur Schule gegangen. Ich weiß nicht, wie heute der Unterricht in den deutschen Schulen über den Holocaust aussieht, zu meiner Zeit, jedenfalls in meiner Schule, haben wir sehr viel darüber gelernt und gesprochen. Auch Filme wurden uns gezeigt, keine leichten Bilder. Was mir im Unterricht immer aufgefallen war, war die Tatsache, dass man nie sagte „wir haben damals das und das getan“, stattdessen wurde gesagt „die Deutschen“ oder „die Nazis…“, man hat wohl versucht, eine Trennung zwischen den Deutschen damals und heute zu schaffen. Ich kann das nachvollziehen, denn natürlich sind die Deutschen, die nach dem Krieg geboren wurden, nicht für die Gräueltaten ihrer Vorfahren verantwortlich. Ich habe während des Unterrichts oft in die Gesichter meiner Mitschüler geschaut. Wie sie sich wohl fühlen mögen. Bestimmt hat jeder von ihnen darüber nachdenken müssen, was seine Großeltern damals gemacht haben. Ich verstehe, dass es nicht einfach ist, damit umzugehen. Meine jüdischen Wurzeln hatte ich damals noch verschwiegen, erst später, als meine Großmutter begann, von ihrer Mutter zu erzählen, wurde ich mir meines Judentums mehr bewusst. Zuhause waren wir auch nicht religiös, ich bin als ein ganz normaler „Deutscher“ aufgewachsen, aber das ist eine andere Geschichte.

Überall im Land werden nach der zweiminütigen Sirene Gedenk-Zeremonien abgehalten werden, in jeder Schule und auch in Kindergärten kommen die Kinder heute mit weißen Hemden gekleidet, auch dort werden Zeremonien abgehalten werden. Im Fernsehen werden seit gestern Abend Filme und Dokumentationen über den Holocaust gesendet. Im Kabelfernsehen haben die Sport-, Kinofilm- und TV-Serien-Kanäle Sendepause. Dieser Tag ist ganz dem Gedenken an die Opfer des Holocaust gewidmet.

Im folgenden Video können Sie einen Eindruck von einer Gedenk-Zeremonie bekommen. Ich habe es vor drei Jahren in der Schule meiner Tochter aufgenommen, sie hatte im Chor mitgesungen.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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