„Israel bekommt genug Impfstoff, egal wer Premierminister ist“

Pfizer Chef Bourla über seine Liebe zu Israel und dem Grund der Absage seines geplanten Besuches im Land

von Israel Heute Redaktion |
epa06469735 Albert Bourla, CEO Pfizer, speaks during the 48th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, 24 January 2018. The meeting brings together enterpreneurs, scientists, chief executive and political leaders in Davos January 23 to 26. EPA-EFE/GIAN EHRENZELLER Foto: GIAN EHRENZELLER/EPA-EFE

Pfizer Chef Albert Bourla hat gestern in einem Interview für die  Nachrichten von N12 versichert, dass Israel auch in der Zukunft ausreichend Impfstoffe bekommen werde, unabhängig davon, wer nach den kommenden Wahlen Premierminister von Israel sein werde.

In dem Gespräch äußerte Bourla sich auch zu der Frage, warum ausgerechnet Israel ausgewählt wurde, das erste Land zu sein, das gegen Corona geimpft wird. „Es war uns klar, dass es gut für die Menschheit sein würde, ein Land auszuwählen, in dem wir demonstrieren könnten, wie die Impfung der Bevölkerung zur Gesundheit der Menschen dort beiträgt und auch die Wirtschaft wieder ankurbelt.“

Weiter erwähnte er seine zahlreichen Gespräche mit Premierminister Benjamin Netanjahu. Natürlich habe er mit mehreren Staatschefs gesprochen, aber Netanjahu habe ihn davon überzeugt, dass Israel das Land mit den besten Bedingungen sei, die Effektivität der Impfungen zu untersuchen. Es habe eine relativ kleine Einwohnerzahl und ein gutes Gesundheitssystem, in dem die Daten durch die Krankenkassen erfasst werden. Und das sei etwas, das es nicht in vielen Ländern der Welt gäbe, lobte Bourla das israelische Gesundheitssystem. Auch habe Israel wegen der Sicherheitslage viel Erfahrung mit der Behandlung von Krisen. „Wir haben auf Israel gesetzt und sind sehr glücklich, denn die Art und Weise, wie die Impfungen dort durchgeführt werden, hat unsere Erwartungen übertroffen.“

Israel wird auch weiterhin genug Impfstoff erhalten

Was die Impfung von Kindern betrifft, erklärte Bourla, dass man bald einen Antrag zur Genehmigung an die FDA (US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel) schicken werde. Auch würde man in Zusammenarbeit mit Kinderärzten mit Untersuchungen für die Altersklassen fünf bis elf beginnen, sodass bis zum Ende des Jahres alle Kinder im Bildungssystem geimpft werden könnten.

Die Absage seines geplanten Besuches in Israel begründete Bourla mit logistischen Problemen, da er während seiner Reise auch andere Länder besuchen wollte. „Ich wollte sehr gerne nach Israel kommen und hatte mich schon lange darauf vorbereitet. Es wäre wunderbar gewesen, zuerst nach Israel zu kommen, dem Land, das ich liebe. Ich bin Jude und Israel ist der Zufluchtsort für die Juden, wir alle haben eine besondere Beziehung zu diesem Land.“

Er habe mehrere Briefe bekommen, in denen er gebeten wurde, nicht vor den Wahlen nach Israel zu kommen, andere Briefe baten ihn wiederum, die anderen Briefe zu ignorieren. „Meine Aufgabe ist es nicht, Politik zu machen“, erklärte Bourla. „Ich habe keinerlei Interesse, mich in die Politik einzumischen, besonders nicht in einem Land, in dem ich nicht lebe.“

Dann äußerte er sich zu Netanjahus Behauptung vor einigen Tagen, dass nur er sicherstellen könne, dass Israel weiterhin ausreichend Impfstoff erhalten werde. „Wir schließen Verträge nur mit Regierungskörpern, nicht mit unabhängigen Konzernen oder Organisationen.  Die Impfstoffe werden an jedes Land verkauft, unabhängig davon, wer Regierungschef ist.“

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