In der vergangenen Woche sorgte ein Foto aus Jordanien, das zeigte, wie die jordanische Informationsministerin Jumana Ghunaimat über eine auf dem Boden des Eingangs zu einem Gewerkschaftsgebäude gemalte israelische Fahne läuft, für Schlagzeilen und einer offiziellen Beschwerde des israelischen Außenministeriums, das den jordanischen Botschafter zu einem klärenden Gespräch bestellte.
Das Treten auf einer nationalen Fahne wird als ein beleidigender Akt gesehen. Während sich die jordanische Ministerin nicht daran störte, auf die Fahne eines befreundeten Landes zu treten, war sich der Ministerpräsident, Omar Razzaz, sehr wohl bewusst, dass ein solcher Akt eine diplomatische Krise auslösen könnte. Daher betrat er das Gebäude von einem Seiteneingang und vermied so die auf dem Boden gemalte israelische Fahne.
"Israel's Foreign Ministry lodged a protest after Jordan's Information Minister and Government Spokeswoman @Jumanaghunaimat was seen stepping on an Israeli flag." https://t.co/ap6XqRNw97 pic.twitter.com/2QDwnoXI9Q
— Aaron Magid (@AaronMagid) 29. Dezember 2018
Die jordanische Ministerin läuft auf der israelischen Fahne
Die jordanische Regierung erklärte nach der israelischen Beschwerde, dass es sich bei dem Gebäude um ein privates Gebäude handeln würde und man daher nichts dagegen unternehmen könnte. Warum die Informationsministerin nicht auch einen Seiteneingang benutzte, wurde nicht erklärt. Jordanien bekräftigte jedoch, dass man dem seit 1994 bestehenden Friedensabkommen verpflichtet sei.
Die die jordanische Gewerkschaftsunion scheint anders darüber zu denken. Als Reaktion auf die Beschwerde Israel wurde nun beschlossen, im jedem der Gewerkschaftsgebäude eine israelische Fahne auf dem Boden am Eingang zu malen, damit jetzt noch mehr Menschen auf die Fahne treten können. Damit würde man gegen die fortgeführte israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete protestieren, hieß es in einer Erklärung der Gewerkschaft.




