Themen: Guten Morgen

Guten Morgen Israel – Corona, Corona, Corona

Auch, wenn ich nicht mehr darüber schreiben wollte, Corona ist noch immer da

Guten Morgen Israel – Corona, Corona, Corona
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Ich bemühe mich wirklich, das Wort Corona nicht mehr so oft zu erwähnen, schließlich sind wir ja offiziell in die sogenannte Alltagsroutine zurückgekehrt. Die Geschäfte haben geöffnet, man kann in Restaurants essen gehen und sogar Urlaub im Hotel machen. Auch hat vor einigen Wochen der Schulunterricht wieder begonnen. Seit bald drei Wochen fahre ich wieder täglich mit dem Bus zur Arbeit nach Jerusalem. Und nach der Arbeit kann man in das Fitness-Center springen oder am Strand die Sonne genießen. Klingt doch ganz gut, dieses normale Alltagsleben.

Doch, wie ich ja schon vor einigen Tagen geschrieben habe, fehlen noch einige Dinge, um die Alltagsroutine zu vervollständigen.

  • Einen Film im Kino sehen? Nein.
  • Wie wäre es mit einer Vorstellung im Theater oder ein Konzert? Nein, bitte nicht übertreiben.
  • Dann eben schnell mit dem Zug nach Tel Aviv fahren? Nein, nein und nochmal nein, viel zu gefährlich.

Ok, nicht so schlimm, wir haben ja die Busse, die sind anscheinend viel sicherer, auch wenn man dort oft wie die Sardinen eng einander sitzen muss. Aber, wenn die Regierung das Fahren in vollen Bussen erlaubt und den Betrieb von bequemen Zügen mit vielen Plätzen noch immer nicht ermöglicht, dann sind die Züge vielleicht doch viel riskanter als die vollen Busse?

Auch in der Schule gibt es längst keine Begrenzung mehr für die Zahl der Schüler, die zusammen in der Klasse sitzen dürfen, denn es ist ja Alltag. Doch diese Rückkehr in den Alltag hat seinen Preis. Hunderte am Coronavirus erkrankte Schüler und Lehrer, hunderte wieder geschlossene Schulen und nur gestern weitere 258 am Virus infizierte, die höchste Zahl seit Ende April. Seit Anfang des Monats haben sich 2424 mit dem Virus infiziert, darunter 398 in Tel Aviv und 252 in Jerusalem.

Schule
Mehrere hundert Schulen mussten wieder schließen

Aber da es sich meistens um junge Menschen handelt, die sich mit dem Virus infizieren, gibt es kaum ernstlich kranke Menschen. Bei diesen Zahlen hatten zu Beginn der Coronakrise die Einschränkungen schon begonnen. Doch jetzt, drei Monate später, scheint man zu versuchen, mit dem Virus zu leben. Der richtige Weg? Kann sein, das wird die Zukunft zeigen.

Momentan möchte man weiter mit der Rückkehr in die Routine fortfahren und in den Medien spricht man sogar von Flügen nach Griechenland und Zypern ab dem 1. August. Irgendwie komisch, dass sich gerade mehr mit Flügen befasst wird als mit dem Betrieb der Züge.

Und am Freitag beginnen für die Ober- und Mittelstufen die langersehnten Sommerferien. Oder auch nicht. Darüber wird nämlich gerade wieder mal gestritten. Die Lehrer meinen, sie verdienen ihren Urlaub, denn sie hätten ja den ganzen Unterrichtsstoff auch im Fernunterricht vermittelt, das Bildungsministerium meint, die Lehrer sollten noch 9 Tage weiter unterrichten.

Sie sehen, nichts ist hier so richtig klar im Moment. Es ja auch etwas, mit dem man sich noch nie auseinandersetzen musste. Und nicht nur wir in Israel, sondern die ganze Welt. Ist schon verrückt irgendwie.

Ab heute werden wieder Strafzettel verteilt, wenn man keine Maske trägt. Die Notstandsgesetze, die das ermöglichen, wurden gestern von der Knesset verlängert. Ich muss mir heute wieder ein paar neue Masken kaufen. In den Einkaufszentren gibt es sogar Stände nur für Masken aller Art. Da hat sich ein neuer Markt entwickelt. Auf der anderen Seite sieht man immer mehr Geschäfte, die leer stehen. Keine leichte Zeit, dieser Alltag.

Strafzettel Jerusalem
Wer keine Maske trägt, muss zahlen – Jerusalem

Und jetzt das Wetter für heute in Israel:

Meist sonnig und etwas wärmer als gestern. Sommer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 37 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.06 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 26 Zentimeter bis zur oberen Grenze!  

So, liebe Leser, das waren jetzt einfach mal ein paar Gedanken über diese verflixte Situation, in der wir uns alle befinden. Ich gebe zu, ich habe viel zu viel darüber geschrieben, aber wir kommen einfach nicht los davon. Corona, Corona, Corona. Die Nachrichten werden wieder damit begonnen. Bleiben wir optimistisch. Und solange, wie der Himmel über Israel noch für Touristen geschlossen ist, werden wir von unserer Redaktion aus versuchen, Ihnen Israel so nah wie möglich zu bringen.

Im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Mittwoch. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Jerusalem!