Guten Morgen Israel – Auf ein Neues! Wahlen 2021?

Im April 2019 steckte ich voller Erwartung meinen Zettel in die Wahlurne. Doch nach weiteren zwei Wahlen habe ich keine Lust, noch einmal zu wählen. Wer hat Schuld?

Foto: Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Als wir Anfang 2019 zum ersten Mal aufgefordert wurden, eine neue Knesset zu wählen, war ich etwas enttäuscht, dass für unseren jüngsten Sohn keine Postkarte mit den Informationen über die Nummer und den Ort unseres Wahllokals im Briefkasten lag. Die Wahlen fanden am 9. April 2019 statt, sechs Tage vor dem 18. Geburtstages unseres Sohnes. Schade, aber nicht so schlimm, sagte ich mir, dann wählt er eben erst nach seinem Armeedienst, wenn er 22 Jahre alt sein wird. Von wegen!

Ich gebe zu, ich bin immer gerne zum Wählen gegangen. Das war schon früher so, als ich noch in Deutschland lebte. Dort musste man eigentlich immer vier Jahre bis zu den nächsten Jahren warten. Aber hier in Israel ist eben alles anders, wie ich es in den letzten 32 Jahren gelernt habe. So wie es aussieht, dürfen wir im März 2021 zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren ein neues Parlament wählen. Für unseren jüngsten Sohn werden es immerhin die dritten Wahlen sein, noch vor seinem 20. Geburtstag. Wer hätte das damals gedacht?

Dann ist ja alles in Butter. Sollte nicht irgendein Wunder geschehen, wird sich die Knesset in der kommenden Woche wieder einmal auflösen, nachdem bereits gestern 61 Knesset Abgeordnete in einer ersten Lesung für ein Gesetz zur Auflösung des Parlaments gestimmt hatten.  Ich mag die Atmosphäre vor den Wahlen, den Wahlkampf, ich finde das irgendwie immer spannend. Aber ich gebe zu, dass mir der Spaß von Wahl zu Wahl vergeht. Man nennt die Wahlen das Fest der Demokratie, aber irgendwann sollte man versuchen, dem Willen der Wähler nachzukommen. Sind die Politiker daran schuld, dass es mit den Wahlen nicht mehr so klappt? Oder sind wir, die Wähler dafür verantwortlich? Liegt es an der Spaltung im Volk? Es sieht so aus, als hätten wir unseren Weg verloren. Anstatt sich zusammenzureißen, streitet man sich nur und geht alle zwei Tage demonstrieren.

Auf dem Weg zur Trennung. Ganz und Netanjahu

Und dann gibt es noch Corona, eine der größten Krisen, die wir hier erlebt haben, nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt. Die momentane Regierung mit dem Likud und Blau-Weiß wurde aufgebaut, um gemeinsam mit dieser Krise fertigzuwerden. Doch am Ende war man nur in einem ständigen Streit. Was für eine Zeit- und Geldverschwendung! Die Frage ist nun, ob nächsten Wahlen uns aus dieser verzwickten Situation retten werden. Den letzten Umfragen zufolge wird Blau Weiß nach den nächsten Wahlen in die Bedeutungslosigkeit verschwinden mit gerade mal vorhergesagten 9 Sitzen. Der Traum von Benny Gantz, Ministerpräsident zu werden, scheint geplatzt zu sein. Aber immerhin kann sich als ehemaliger Reserve-Ministerpräsident bezeichnen. Wer sich auf ein beeindruckendes Wahlergebnis freuen kann, ist wohl Naftali Bennet, der mit seiner Yamina Partei bei den ersten Wahlen vom April 2019 den Einzug in die Knesset knapp verpasst hatte. Für ihn waren die weiteren Wahlen innerhalb eines Jahres ein Segen, er wurde immer stärker. Jetzt werden ihm sogar sage und schreibe 20 Sitze in der nächsten Knesset vorhergesagt, Yamina scheint nach dem Likud, der Umfragen zufolge 30 Sitze bekommen soll, die zweitstärkste Partei in der Knesset zu werden. Ob das Netanjahu gefällt?

Ich gebe zu, es wird wieder spannend und ich bin neugierig auf den Wahlkampf, aber nur sportlich gesehen. Denn vierte Wahlen innerhalb von knapp zwei Jahren kann nur als Armutszeugnis bezeichnet werden. Wer hat Schuld? Was meinen Sie? Wir oder unsere Politiker? Ich kann nur hoffen, dass wir alle aus den vergangenen zwei Jahren etwas gelernt haben und das Ergebnis der kommenden Wahlen von allen respektiert werden wird. Wir haben eine Pause verdient.

Etwas Normalität in schweren Zeiten. Gestern in Tel Aviv

Und jetzt reden wir lieber wieder vom Wetter:

 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bedeckt ohne bemerkenswerte Veränderung der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Beersheva 23 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei  – 209.945  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 114,5  Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag und schon jetzt ein schönes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Morgen früh wird Sie wieder mein Kollege Michael Selutin begrüßen. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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