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Ein ganz normales Wochenende

Außer etwas Randale am Grenzzaun und drei Raketen auf Sderot ist nichts passiert. Die Politiker haben andere Sorgen.

"Friedliche" Demonstranten am Grenzzaun Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Das Wochenende verging auch diesmal wieder ohne besondere Vorkommnisse. Am Freitag fand der traditionelle Marsch der Rückkehr „friedlicher“ Demonstranten am Grenzzaun zum Gazastreifen statt, am Samstagabend wurden drei Raketen in Richtung der Stadt Sderot abgefeuert und als Reaktion griff die israelische Armee wieder Stellungen der Hamas im Gazastreifen an. Wie Sie sehen, ein ganz normales Wochenende.

Es ist schon erstaunlich, wie man sich auch an die extremsten Situationen gewöhnen kann. Da wäre zum einen die von der Hamas nach dreiwöchiger Pause wieder organisierte Randale am Grenzzaun, zu der diesmal rund 4000 Menschen gekommen waren, friedliche Demonstranten werden sie im Ausland gerne genannt, von denen einige wie gewohnt Sprengsätze und Steine auf die israelischen Sicherheitskräfte warfen, und zum anderen drei Raketen, die von den Terroristen am Samstagabend auf die israelische Stadt Sderot abgefeuert wurden. Alle drei Raketen wurden vom Iron Dome abgewehrt. Und zum Abschluss dieses Wochenendes reagierte die israelische Armee mit Angriffen auf Ziele der Hamas. Und nun kann die neue Woche wieder beginnen.

Schnell werden diese leider für uns nicht mehr besonderen Ereignisse „ad acta“ gelegt. In Deutschland würde man wohl nach einem Wochenende wie diesem einen ganzen Monat nicht zur Ruhe kommen. Können Sie sich einen Raketenangriff auf eine deutsche Stadt vorstellen und danach die sofortige Rückkehr zum Alltag?

Ja, wir sind es leider gewohnt, dass Raketen auf uns geschossen werden, 1500 waren es alleine im vergangenen Jahr, 1500 Raketen!

Aber wir haben wichtigere Dinge, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird sich die Knesset am Mittwoch erneut auflösen, dritte Wahlen in weniger als einem Jahr wären die Folge. Bis dahin werden sicher auch noch ein paar Raketen mehr auf uns geschossen werden, aber das sind wir ja gewohnt.

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Patrick Callahan

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