Die verworrene Politik der Verschwörungstheorien

Die Bibel ist voller Verschwörungstheorien, durch sie wurden Könige gestürzt, Nationen gespalten und es verzagten die Herzen mutiger Männern und Frauen.

Die verworrene Politik der Verschwörungstheorien
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Davids Sohn Absalom fabrizierte beispielsweise die Lügenmär, der König sei nicht daran interessiert, seinem Volke zuzuhören. Nur er, Absalom, sei als fairer und gnädiger Richter ihrer Missstände geeignet. Absalom stahl damit die Herzen der Kinder Israels, wie es in 2. Samuel 15 beschrieben wird, er verbreitete seine Lügen und konnte sie dadurch zu einem Aufstand gegen seinen Vater König David aufstacheln. Absaloms Verschwörungstheorien wurde so oft wiederholt, dass sogar Leute, die David einst geliebt hatten, nun in den Kampf gegen den von Gott gesalbten König zogen.

Letztendlich kam die Wahrheit ans Licht und die Menschen verstanden, dass Absalom den Plan hatte, David zu zerstören. Absalom bezahlte mit seinem Leben. Doch die Lügen hatten sich verwurzelt und das Königreich sollte für immer zweigeteilt sein: Juda und Israel.

Und so gab es eine Verschwörung nach der anderen. Amazja, der König von Juda, rächte sich an denen, die seinen Vater Joasch ermordet hatten (2.Kö.14,5). Die Diener Joaschs hatten sich gegen ihn verschworen und ihn umgebracht (12,21). Joasch hatte zuvor ebenfalls eine Verschwörung angestiftet, war aber schon als Kind fast einer anderen Verschwörung zu Opfer gefallen, als Atalja, die Mutter seines Vaters Ahasja, alle Anwärter auf den Thron ermorden ließ. Nur Joasch konnte gerettet werden. Atalija wurde ermordet, als er zum König gekrönt wurde (2.Kö. 11,14), später wurde er dann das Opfer einer anderen Verschwörung.

Auch Amazja wird als Verschwörer ebenfalls das Opfer einer Verschwörung und in Lachisch umgebracht (2.Kö.14,19). Sein Sohn Asarja wird neuer König. Im nächsten Kapitel verschwört sich Hoschea ben Ela gegen Pekach ben Remalja. Er bringt Pekach um und wird König an dessen Stelle (15,30). Später wird er wegen einer anderen Verschwörung gegen den assyrischen König ins Gefängnis geworfen (17,4).

Und das ist nur der Anfang. Verschwörungen und Verschwörungstheorien sind bis heute immer wieder genutzt worden, um Präsidenten ins Amt zu verhelfen, Kriege anzuzetteln und Feinde zu besiegen.

Um ein besseres Verständnis dieses Problems zu erhalten, sollte man das biblische Wort für Verschwörung, das auf Hebräisch Kescher heißt, betrachten. Wörtlich bedeutet dieses Wort „Knoten“ oder „ein bindender Zusammenhang“. Verschwörungen verbinden sowohl den Verschwörer als auch den, gegen den der Plan ausgeheckt worden ist. In dem entstehenden wirren Plot wird es immer schwerer, die Lügen zu entwirren, wie ein nasser Knoten an einem Seil.

Der wiederkehrende Gebrauch des Begriffs Kescher in Bezug auf die König Judas und Israels lehrt uns einige wichtige Prinzipien, mit deren Hilfe wir moderne Politik besser verstehen können, wo Verschwörungs-Knoten regelrecht wuchern.

Das Konzept, dass der König von Gott gesalbt und daher unantastbar war, endete mit König David. David war der erste und letzte König, der sich weigerte, gegen seinen Feind König Saul zu intrigieren, selbst als Saul versuchte, ihn umzubringen. David unternahm noch nicht einmal was gegen seinen Sohn Absalom, der die Herzen Israels gegen seinen Vater aufgebracht hatte. David weinte bitterlich, als sein Kommandeur Joab Absalom gegen die Anordnung des Königs tötete. Selbst wenn ein König von Israel oder Juda „tat, was in den Augen Gottes gut war“, wird oft hinzugesetzt, „aber der König tat nicht wie David“. Damit wird ausgedrückt, dass sie Intrigen sponnen, um auf dem Thron zu bleiben.

Selbst politische Allianzen waren nicht sicher. Ein König nach dem anderen scherte sich weder um Vereinbarungen noch Bünde mit den Nationen, sowohl Freund als auch Feind. Auch innerhalb der eigenen Familie schreckte man nicht vor Verschwörung zurück, was die Propheten dazu brachte, gegen Kescher die Stimme zu erheben. Als besonders anstößig galten Verschwörungstheorien gegen den Herrn selbst, indem man seine Intentionen verdrehte, so dass eine andere Bedeutung herauskam, was dem einen mehr diente als dem anderen (Jes.8,12 ; Jer.11,9 ; Hes.22,25).

Wir täten gut daran, die Warnungen dieser Propheten zu beachten und uns die Wahrheit vor Augen zu führen, dass Intrigen, Verschwörungen und Verachtung all jener, die uns in der Vergangenheit geholfen haben, letzten Endes eine Falle werden, in die man selbst fallen, zerbrochen und verstrickt wird.

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