Amerikanische Forschung: Von einer Zweistaatenlösung könnten Israelis 120 Mrd. US-Dollar in zehn Jahren profitieren. Das Potenzial der Palästinenser liegt bei 50 Mrd. US-Dollar. Wenn aber beide Völker wiederholt in einen gewalttätigen Konflikt hineinstürzen, dann büßen beide zusammen 250 Mrd. US-Dollar ein. Laut dem amerikanischen Institut Rand Corporation (www.rand.org) kann die israelische Wirtschaft von einer Friedenslösung mit den Palästinensern nur Kapital gewinnen, aber dafür muss das Land aufgeteilt werden. Dasselbe gilt auch für die Palästinenser.
In der neuen Studie „Die Kosten des israelisch-palästinensischen Konfliktes“ werden die „Kosten und Vorteile“ verschiedene Szenarios im Nahen Osten geprüft. Rand ist ebenso der Meinung, dass die internationale Gemeinschaft die Kosten für Zweitstaatenlösung im Nahen Osten auf sich nehmen wird. „Wir hoffen, dass unsere Analysen und Arbeitshilfen Israelis, Palästinensern und der internationalen Gemeinschaft helfen werden, die aktuellen Trends und Entwicklungen in den Ländern besser zu erkennen“, sagte der Co-Leiter für die israelisch-palästinensische Initiative, Prof. Anthony Ross. „Wir müssen die möglichen Alternative zu den zerstörerischen Gewaltspiralen finden.“
Zudem gibt es noch mehr Szenarien zwischen Israel und den Palästinensern, z.B. ein einseitiger Abzug aus Judäa und Samaria, mit Absprache der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah. Ein einseitiger Abzug ohne Absprache mit den Palästinensern und ein nichtgewaltsamer Widerstand der Palästinenser gegen Israel wäre ein anderer Hergang. Im Fall eines vereinbarten Abzuges aus den so genannten besetzten Gebieten wird der Umzug der jüdischen Siedler aus ihren Siedlungen ein großer Finanzaufwand für Israel sein.
Bei einem nichtgewaltsamen Widerstand gegen Israel werden die Palästinenser wirtschaftlichen Druck auf Israel ausüben, der gemäß Rand eigentlich mit den internationalen Boykott Aufrufen bereits begonnen hat. Demnach wird Israel um etwa 80 Mrd. US-Dollar verlieren und die Palästinenser um 12 Mrd. US-Dollar.
Dies ist eine akademische Annahme, die im Fall „wenn alles gut läuft“ vielleicht funktionieren wird. Im anderen Falle würde Israel in ein politisch-geistliches Dilemma stürzen, demnach Israel auch auf Jerusalem verzichten würde. Eine Zweistaatenlösung, ohne auf Jerusalem zu verzichten, sei keine Lösung, daher mache das Angebot von 120 Mrd. US-Dollar laut religiöser Juden keinen Sinn. Auch die Palästinenser werden um der 50 Mrd. US-Dollar willen nicht auf Jerusalem zu Gunsten der Juden verzichten.




