Der visionäre Schritt, der die israelisch-europäischen Beziehungen veränderte

Wenn unser kleines Land im Winter 2022 in den Kreis der europäischen Energielieferanten aufgenommen wird, werden sich die Machtverhältnisse grundlegend ändern

| Themen: Europäische Union
Der ehemalige Premierminister Benjamin Netanjahu und der ehemalige Energieminister Yuval Steinitz beim Besuch der Leviathan-Erdgasverarbeitungsplattform vor der Küste Israels am 31. Januar 2019. Foto: Marc Israel Sellem/POOL

(JNS / Israel Hayom) Jeder, der in den ersten 70 Jahren Israels im Land gelebt hat, muss sich ungläubig die Augen reiben. Das winzige Israel, dessen Wirtschaft seit jeher von Europa abhängig ist, das noch vor kurzem einen europäischen Boykott gegen sich befürchtete und das über so gut wie keine natürlichen Ressourcen verfügt, ist nun derjenige, der „Europa in einer Zeit der Not zu Hilfe kommt und Europa im kommenden Winter mit Erdgas versorgen wird.“ Diese Worte klingen noch immer nicht real.

Siehe: Israel will Europa helfen, die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern

Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Machtgleichgewicht in dieser Beziehung hat sich nicht umgekehrt. Israel wird vorerst nur einen kleinen Teil des europäischen Energiebedarfs decken. Außerdem haben sich die Europäer dafür entschieden, israelisches Gas zu kaufen, weil sie keine Dummköpfe sind, wie Putin annahm – und nicht nur er. Mit anderen Worten: Wir haben die Europäer nicht in der Tasche.

Und doch werden sich die Machtverhältnisse grundlegend ändern, sobald unser winziges Land in die Reihe der europäischen Energielieferanten aufgenommen wird – und die Europäische Union unseren Wert in Bezug auf Sicherheit, Wissenschaft und Technologie erkannt hat. Ab Winter 2022 werden israelische Aktien weitaus mehr wert sein. Und das, nachdem ihr Wert aufgrund der Unruhen in den arabischen Ländern und der COVID-Pandemie bereits gestiegen war.

In dieser Hinsicht verdienen Energieministerin Karine Elharrar und ihr Vorgänger, Yuval Steinitz, ein großes Lob. Elharrar machte einen Fehler, als sie beschloss, keine neuen Bohrgenehmigungen für 2022 zu erteilen, reagierte aber schnell und richtig auf die ägyptisch-europäische Anfrage nach israelischem Gas.

Steinitz hingegen kämpfte zusammen mit dem ehemaligen Premierminister Benjamin Netanjahu hart dafür, das Gas aus dem Meeresboden zu holen. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Ihnen ist es zu verdanken, dass Israel von niedrigen Preisen profitiert, von einer Wirtschaftskrise verschont bleibt und inmitten einer globalen Energiekrise auch sein regionales und internationales Ansehen verbessert. Wir können nur für weitere kluge und visionäre Initiativen dieser Art beten.

 

Ariel Kahana ist der leitende diplomatische Korrespondent von Israel Hayom.

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Israel Hayom veröffentlicht.

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