Deal zwischen Israel und den VAE verändert die Nahostkarte Avi Ohayon/GPO
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Deal zwischen Israel und den VAE verändert die Nahostkarte

Die Gleichung hat sich geändert, die Allianzen haben sich verschoben, und die Landkarte des Konflikts wird neu gezeichnet, diesmal zu Gunsten Israels

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Das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel wird zur Sicherheitskoordination zwischen den beiden Ländern bei der Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus beitragen und auf die Schaffung von Stabilität in der Region hinwirken.

Das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel wird die strategischen Allianzen im Nahen Osten verändern. Vor allem auf der Ebene der Sicherheitskoordination und der Terrorismusbekämpfung in der Region wird es zu einer Veränderung der strategischen Bündnisse im Nahen Osten führen. Beide Seiten kommen rasch voran, auf allen Ebenen. Das jüngste Beispiel für die emiratisch-israelische Zusammenarbeit war ein Telefongespräch zwischen dem Staatsminister für Verteidigungsangelegenheiten der VAE, Mohammed bin Ahmed Al-Bawardi, und seinem israelischen Amtskollegen Benny Gantz, in dem sie Möglichkeiten zur Verbesserung der Kommunikation und zum Aufbau solider bilateraler Beziehungen zwischen den beiden Ländern erörterten.

Sicherheit ist eines der wichtigsten gemeinsamen Interessen der VAE und Israels, insbesondere im Hinblick auf die Eindämmung der Hegemonialambitionen des Iran in der Region. Das Friedensabkommen wird es den beiden Ländern ermöglichen, den Umfang der Sicherheitskooperation so zu erweitern, dass sie nicht im Widerspruch zu anderen nationalen Interessen steht.

Aber es wird notwendig sein, dass die beiden Länder in diese Beziehung investieren, und es scheint, dass sie dazu bereit sind. Dies gilt insbesondere für den wirtschaftlichen Bereich, der unmittelbare Früchte tragen und eine weitere Zusammenarbeit fördern wird, die ebenfalls den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern unterstützen sollte. Wenn es richtig gemacht wird, hat dies das Potenzial, einen weitreichenden Frieden und Wohlstand für die Region zu erwirken.

Die Palästinenser können entweder mit an Bord kommen und profitieren, oder sie bleiben auf der Strecke.

Anti-Terrorismus

Für Israel stand die Sicherheit immer im Vordergrund. Es musste erst ein Gefühl echter Sicherheit haben, bevor der Friedensprozess wirklich vorankommen konnte. Dieses Abkommen sieht dies für Israel vor, indem es ihm einen echten regionalen Partner gibt, mit dem es den Extremismus bekämpfen kann. Es brach eine jahrzehntelange Pattsituation im israelisch-arabischen Konflikt auf. Die Reaktion der Palästinenser ist unüberlegt, da sie es versäumt haben, die sich verändernden Realitäten zu begreifen. Sie verharren in einer Vergangenheit, die heute einfach nicht mehr relevant ist.

Die übrige arabische Welt, insbesondere die Golfstaaten, wird sich nicht länger von der politischen Sackgasse aufhalten lassen, die durch die ablehnende Haltung der Palästinensischen Autonomiebehörde entstanden ist. Auch die arabische Friedensinitiative, die Saudi-Arabien vor 18 Jahren vorgelegt hat, hat ihren Glanz verloren und kaum noch Fortschritte gebracht. Die arabischen Länder mussten einen anderen Weg nach vorn finden, der es ihnen ermöglicht, Bedrohungen und Interessen zu berücksichtigen und sich ihnen zu stellen, die mit der Palästinenserfrage nichts zu tun haben. Sie mussten sich um ihre eigene nationale Sicherheit kümmern, die nicht von der palästinensischen Unnachgiebigkeit gebeutelt ist.

Die Sicherheitszusammenarbeit und -koordinierung in verschiedenen Bereichen zwischen Abu Dhabi und Jerusalem wird dazu beitragen, den Friedensprozess voranzubringen und den Israelis die Angst vor der seit langem bestehenden arabischen Bedrohung ihrer Existenz zu nehmen. Kurz gesagt, die Normalisierung trägt weit mehr zur Erreichung wirklicher Stabilität, Sicherheit und Frieden bei als alle bisherigen Schritte.

Eine amerikanische B-52H Stratofortress startet vom Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar.

Das Schicksal des Luftwaffenstützpunktes Al Udeid in Katar

Nach der Bekanntgabe des Friedensabkommens berichteten deutsche Zeitungen, dass die Vereinigten Staaten planen, ihre militärischen Assets vom Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar in die VAE zu transferieren, ein Schritt, der, wie Militärexperten warnten, die Beziehungen zwischen Washington und Doha fast vollständig brechen würde. Aber da sich Katar in diesen Tagen mehr mit dem Iran und der Türkei und weniger mit den anderen arabischen Golfstaaten verbündet, könnte das genau der Punkt sein.

In den veröffentlichten Berichten wurde betont, dass dieser Schritt von Israel unterstützt wird und Entscheidungsträgern in Washington wie John Hannah, dem nationalen Sicherheitsberater des ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney, sowie der Foundation for Defense of Democracies (FDD) vorgelegt wird.

Aber es ist nicht so einfach, den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid und Katar einfach aufzugeben. Angesichts des Bewusstseins Washingtons, wie wichtig es ist, über mehrere Militärstützpunkte in Ländern auf der ganzen Welt zu verfügen, und dass die Verlegung eines Militärstützpunktes eine äußerst kostspielige und schwierige Angelegenheit ist, ist dies eine Entscheidung, die nicht ohne langes Nachdenken und Analysieren getroffen werden kann.

Da ist auch noch die Frage der geeigneten Einrichtungen. Gegenwärtig verfügt der Luftwaffenstützpunkt Al Udeid über die einzige Start- und Landebahn im Golf, die die schweren amerikanischen B-52-Bomber aufnehmen kann.

Es gibt auch die Sorge, dass das Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das in erster Linie ein diplomatisches Abkommen ist, übermilitarisiert werden könnte. Es gibt und wird militärische Aspekte geben, aber eine zu starke Konzentration auf diese Aspekte wird die Aussichten auf echten Frieden und Koexistenz schwächen.

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