Das Leben kann stressig sein, na und?

Jeder Lebensabschnitt ist einmalig. Daher sollten wir uns mit Freude an die Vergangenheit erinnern, die Gegenwart genießen und mit Freude und Zuversicht in die Zukunft blicken.

Wir sollten das Leben genießen. Foto: Nati Shohat/Flash90

Guten Morgen, liebe Leser!

Nun ist er schon da, der August, bekannt als der heißeste Monat des Jahres. Wir befinden uns mitten im Sommer, Israels Kinder haben Sommerferien. Früher, als unsere Kinder noch klein waren und in die Schule gingen, haben wir die Sommerferien viel stärker empfunden. Es war eine Zeit, in der wir alle einen Gang zurückschalten konnten. Morgens hatten wir keinen Stress mehr, es konnte später aufgestanden werden, denn wir mussten uns nicht auf den neuen Schultag unserer Kinder vorbereiten. Und auch die Straßen waren in dieser Zeit immer viel leerer, sodass ich es mir erlauben konnte, etwas später als sonst zur Arbeit zu fahren. Das ist allerdings auch heute noch so, auch, wenn wir keine Kinder mehr in der Schule haben.

Irgendwie habe ich die Schulzeit unserer Kinder immer als sehr stressig empfunden. Sind alle Schultaschen korrekt gepackt? Hat jeder sein Sandwich? Dann gab es auch immer wieder Benachrichtigungen von der Schule, ein neues Schulbuch muss gekauft werden, es muss etwas bezahlt werden, oder etwas Besonderes mitgebracht werden für ein Projekt, oder es gab eine gemeinsame Eltern-Schüler-Aktivität, die vorbereitet werden musste. Die Schule unserer Kinder war ein zentraler Punkt unseres täglichen Lebens, eigentlich drehte sich alles nur darum. Und so verging das Schuljahr dann auch immer relativ schnell, es war eben nie langweilig. Dann kamen die Sommerferien, das war immer ein ganz besonderer Moment. Pause, Time-Out, Abschalten vom alltäglichen Stress.

Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch. Ich denke heute sehr gerne an diese Zeit zurück. Denn eigentlich war es ja gar nicht so anstrengend, was einem aber eben erst später bewusst wird, wenn man sich in einer weiteren Phase des Lebens befindet. Stress ist ein relativer Begriff. Und wenn ich jetzt an die damaligen Zeiten zurückdenke, kann es sein, dass ich den Stress von damals sogar etwas vermisse. Heute haben wir keinen Schulstress mehr, unsere Kinder sind alle erwachsen, unser Großer ist verheiratet und arbeitet wie seine Frau im Hi-Tech, unsere Tochter steht vor ihrem dritten Studienjahr und unser Jüngster zählt die Tage bis zum Ende seines Armeedienstes. Und wissen Sie was? Auch heute ist es nicht immer einfach. Auch heute gibt es mehr oder weniger anstrengende Momente im Leben.

Glauben Sie, es war einfach, unsere Kinder in die Armee zu begleiten? Als wir mit unserem ältesten Sohn zum ersten Mal dieses Erlebnis hatten, musste ich mich an seinen ersten Tag im Kindergarten erinnern. Ich fühlte mich damals schrecklich, als ich unseren noch nicht einmal drei Jahren alten Sohn allein im Kindergarten ließ. Es war das erste Mal, dass wir Eltern die Verantwortung für unser Kind an jemand anderen übergaben. Es war ein unangenehmes Gefühl der Unsicherheit. Und genau dieses Gefühl bekam ich, als ich unseren ältesten Sohn in die Hände der Armee übergab. Bei unseren anderen zwei Kindern war es vielleicht etwas einfacher, aber leicht war es auch nicht. Besonders die Armeezeit unserer Tochter war am Anfang alles andere als einfach. Und nun warten wir, wie schon erwähnt, auf des Ende der Armeezeit unseres jüngsten Sohnes.

Schon Vergangenheit: Ein emotionaler und kein leichter Augenblick. Unsere Tochter (l.) beim Beginn ihres Armeedienstes. Bild: Dov Eilon

Viele junge Eltern denken sicher, dass Eltern erwachsener Kinder endlich wieder in Ruhe leben können. Erst kürzlich hatte ich mich darüber mit einer Kollegin unterhalten, die vielleicht etwas neidisch wurde, als ich von meinen erwachsenen Kindern erzählte. Alles Quatsch, ich ertappte mich sogar dabei, etwas neidisch auf die Kollegin mit ihren kleinen Kindern zu sein. Jede Zeit hat ihre Besonderheit. Daher sollten wir nie neidisch sein, sondern zufrieden sein mit der Zeit, in der wir uns befinden. Denn jede Phase des Lebens ist einmalig, kommt nie wieder zurück. Daher sollten wir uns mit Freude an die Vergangenheit erinnern, die Gegenwart mit all ihren Problemen, aber auch schönen Seiten, genießen und mit Freude und Zuversicht in die Zukunft blicken. Ich wünsche Ihnen und uns angenehme Sommerferien. Und jetzt das Wetter.

Den Augenblick genießen.. Abendliche Stimmung am Strand von Netanja.  Bild: Michael Giladi/Flash90

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis sonnig und etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist  weiter am Sinken, er liegt jetzt bei -209.49 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 0,69 Meter bis zur obersten Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Dienstag, genießen Sie jeden Augenblick. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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