Bunte Luftballons und Sprengsätze im Süden

In der letzten Zeit werden im Süden wieder öfter mehrere zusammengebundene bunte Luftballons gesehen. Eigentlich ein schöner Anblick, wenn da doch bloß nicht diese kleinen Sprengsätze wären. Die israelische Armee reagiert mit Angriffen auf Stellungen der Hamas.

In der letzten Zeit werden im Süden wieder mehr Luftballons am Himmel gesehen. Mehrere zusammengebundene bunte Luftballons. Eigentlich ein schöner Anblick, wenn da doch bloß nicht diese kleinen Sprengsätze wären, die an den Ballons angebunden sind und im besten Fall noch in der Luft und im schlimmsten Fall neben einem Kind oder am Eingang eines Hauses explodieren können.

Vor einigen Tagen ist so ein Sprengsatz bereits vor einem Haus im Landkreis Eshkol explodiert und hat einige Fenster beschädigt. Die Sprengsätze mit einem Gewicht von gerade mal 100 Gramm oder auch etwas mehr mögen harmlos erscheinen im Vergleich zu einer Rakete oder einer Mörsergranate. Dennoch können sie ernsten Schaden anrichten, wenn sie in direkter Nähe eines Menschen explodieren. Wer diese Art des Terrors also verharmlost, ist eingeladen, einen kleinen vielleicht von Sylvester übrig gebliebenen Feuerwerkskörper direkt vor sich explodieren zu lassen (nein, das soll er natürlich nicht machen, denn es ist sehr gefährlich!), aber genau das sind diese kleinen Sprengsätze nämlich. Und die Menschen im Süden werden durch diese bunten Luftballons mit den Sprengsätzen jetzt wieder fast täglich terrorisiert.

So auch gestern. Zunächst landeten zusammengebundene Sprengstoff-Ballons zwischen zwei Häusern in einem Ort im Landkreis Eshkol (siehe Video oben). Zum Glück kam dabei niemand zu Schaden. Als Reaktion darauf griffen zwei Kampfhubschrauber der israelischen Armee zwei Stellungen der Hamas in Süden des Gazastreifens an.

Bunte Luftballons aus dem Gazastreifen (Polizeisprecher)

Allerdings schien das die Terroristen im Gazastreifen nicht davon zu überzeugen, ihren Ballonterror einzustellen. Zwei Sprengstoff-Ballons explodierten etwas später wieder im Landkreis Eshkol, diesmal jedoch noch in der Luft.

Aber auch sonst ist es alles andere als ruhig an der Grenze zum Gazastreifen. Sprengsätze werden nicht nur an Luftballons gebunden, sondern auch direkt an den Grenzzaun geworfen mit der Hoffnung, vielleicht doch einmal einen der Soldaten auf der israelischen Seite der Grenze zu verletzen. Auch auf diese Versuche reagierte die israelische Armee am Sonntagabend mit einem Angriff auf eine Stellung der Hamas, diesmal im nördlichen Gazastreifen. Die Hamas wird von Israel für das Geschehen im Gazastreifen verantwortlich gemacht.

Unruhen am Grenzzaun am Wochenende (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

Ob die relativ gemäßigten Reaktionen der israelischen Armee mit ihren Angriffen auf leere Stellungen der Hamas die lang ersehnte Ruhe für den Süden Israels bringen werden, ist fraglich. Die Hamas scheint unbeeindruckt zu sein und erlaubt sich weiterhin, Terrorangriffe auf Israelis, so wie die gestrige Auto-Attacke gegen eine Gruppe israelischer Soldaten, bei der ein Offizier schwer verletzt wurde, zu begrüssen und die Terroristen für ihre “Heldentat” zu loben.

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