15 Millionen Dollar „Protection“ an die Hamas

Drei Koffer mit insgesamt 15 Millionen US-Dollar aus Katar erreichten am Donnerstag den Gazastreifen. Damit wurden am Freitag die Gehälter der Beamten der Hamas-Regierung bezahlt. Als Gegenleistung wird Ruhe erwartet. In Israel sind viele nicht zufrieden und sehen darin eine Kapitulation vor der Hamas.

Drei Koffer mit insgesamt 15 Millionen US-Dollar aus Katar erreichten am Donnerstag den Gazastreifen. Israel hatte es Katar gestattet, die drei Koffer mit den Dollarscheinen in den Gazastreifen zu bringen, damit den Zivilbeamten der Regierung im Gazastreifen Gehälter gezahlt werden können.

In dem Auto mit den drei Koffern saß der katarische Sondergesandte für den Gazastreifen Mohammed Al-Emadi, der das Geld persönlich in den Gazastreifen brachte. Er wurde an der Grenze mit Jubelrufen einiger Jugendlicher empfangen. „Lang lebe Katar“, hieß es unter anderem. Doch nicht alle scheinen mit der Einmischung Katars einverstanden zu sein. Denn nach den netten Empfangsrufen wurden auch Steine auf dem Konvoy des Gesandten aus Katar geworfen. Das Auto mit den Geldkoffern blieb unversehrt.

Am Freitag wurden den Beamten der Hamas-Regierung im Gazastreifen die Gehälter ausgezahlt. In den Postfilialen gab es lange Warteschlangen. Beobachter aus Katar verfolgten die Gehaltszahlungen in den insgesamt 12 Postfilialen.

Die israelische Genehmigung, das Geld aus Katar in den Gazastreifen zu bringen ist ein Teil der Vereinbarung für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. In Israel wurde dies als eine Kapitulation Israels gegenüber der Hamas gesehen. Israel würde der Hamas „Protection“ zahlen um Ruhe an der Grenze zu bekommen. „Bares für Ruhe“ lautete eine Überschrift in der israelischen Tageszeitung Jediot Achronot.

Karikatur zum Geld aus Katar, heute in der Zeitung “Jediot Achronot”

Der Gesandte aus Katar sagte, dass man keine Seite des Konfliktes unterstütze. Das Geld sei reine humanitäre Hilfe. „Wir werden in den nächsten sechs Monaten die Zahlungen an bedürftige Familien fortführen, 15 Millionen Dollar pro Monat“, erklärte Al-Emadi. Die Vereinten Nationen seinen nicht an der Zahlung des Geldes beteiligt gewesen, auch würde man weitere 10 Millionen Dollar für Benzin zahlen, sagte er.

Video: El Emadi, der Sondergesandte aus Katar, beim Eintreffen im Gazastreifen und Aufnahmen des wöchentlichen “Marsches der Rückkehr” am Grenzzaun.

Al-Emadi traf sich am Donnerstag auch mit Hamas-Führer Yahya Sinwar. Einem Bericht des israelischen Senders KAN soll ihm gesagt worden sein, dass Katar nach der Zahlung des Geldes Ruhe erwarte. Ob das Geld nun tatsächlich die gewünschte Ruhe bringen wird, werden die kommenden Tage zeigen. Auf israelischer Seite wird man genau darauf achten, für was das Geld aus Katar benutzt werden wird.

Bild: Ein Polizist im Gazastreifen hat am Freitag sein Gehalt bekommen (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

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