Jedes Jahr wird an dem Ort, wo Rabin ermordet worden ist, eine Kundgebung veranstaltet. Das Motto der diesjährigen lautete ganz klischeehaft „Ja zum Frieden. Nein zu Gewalt“. Hauptsprecher war nicht etwa der Vorsitzende der Arbeitspartei, Amir Peretz, sondern der Vorsitzende der Blau-Weiß-Partei, Benni Gantz. Diese etwas merkwürdig anmutende Wahl, bei der Rabins Partei außen vor gelassen wurde, macht nur Sinn, wenn die Linke glaubt, dass Gantz sie und ihr politisches Lager besser repräsentiert, als Peretz. Dies wiederum entlarvt Blau-Weiß als das, was es wirklich ist: eine linke Partei, nicht eine Mitte-Rechts-Partei.
Benny Gantz
Auch das wäre an sich nicht alarmierend, wäre da nicht die Tatsache, dass es sich bei der heutigen Linken nicht mehr um die Linke von Ben Gurion, Golda Meir und selbst Jitzhak Rabin handelt. Im Gegensatz zu ihrer glanzvollen Vergangenheit scheint die Wählerschaft der heutigen Linksgerichteten einen demokratischen Staat einem jüdischen Staat zu bevorzugen. Dies sollte offensichtlich sein, immerhin versucht Gantz, eine Minderheitsregierung zu formen, die von...
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