Guten Morgen liebe Leser!
Der heutige Freitag ist etwas anders als sonst. Kaum war ich aufgestanden, schaltete ich den Fernseher ein, um zu erfahren, wie die Lage in Jerusalem am Tempelberg ist. Seit gestern wird von einem angespannten Freitag gesprochen, die Sicherheitskräfte in Jerusalem wurden verstärkt, um die 6000 Polizisten sind in und um der Altstadt im Einsatz, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Das Betreten des Tempelberges ist nur für Menschen über 50 Jahre erlaubt. Aber heute wollen die Moslems ja eh außerhalb des Tempelberges beten. Es ist schon irgendwie verrückt, dass man Israel für die angespannte Lage verantwortlich macht. Metalldetektoren, es wird nur noch über diese Metalldetektoren gesprochen. SInd denn die israelischen Polizisten, die genau heute vor einer Woche am Tempelberg von drei Terroristen erschossen worden waren, schon vergessen? Ignoriert man auf Seiten der Israel-Kritiker, dass die Waffen auf den Tempelberg geschmuggelt und in der Al-Aqsa Moshe aufbewahrt worden waren? Ist es denn so schwer zu verstehen, dass man jetzt verhindern möchte, dass nochmal Waffen auf den Tempelberg geschmuggelt werden? Ignorieren die Kritiker, dass in der Al-Aqsa Moschee Messer, Eisenketten und auch Waffen gefunden worden waren? Also mir ist klar, dass hier nur ein Grund gesucht wird, die Situation weiter anzuheizen. Das ist genau das, was die Terrorgruppen suchen, eine Auseinandersetzung mit Israel. Metalldetektoren gibt es doch auch am Eingang zur Klagemauer. Sogar in Mekka, der heiligsten Stätte des Islam, gibt es sie. Wer nur auf dem Tempelberg beten möchte, hat doch gar nichts zu befürchten. Es ist schon traurig, wie hier eine künstliche Krise geschaffen wird. Israel wird beschuldigt, den „Status Quo“ zu verändern. Sind denn der Gebrauch von Schußwaffen auf dem Tempelberg und die Schüsse in den Rücken der Polizisten keine Veränderung des Status Quo? Nur eine Woche ist seit dem Anschlag vergangen und heute wird nur noch von diesen Metalldetektoren gesprochen, kein Wort über die ermordeten Polizisten und ihre Familien. Wann wird die Welt endlich aufwachen, und die wahren Gefahren erkennen?
Ich hoffe trotz der Anspannung, dass dieser Freitag ohne grössere Zwischenfälle vorübergehen wird. Heute Abend empfangen wir dann wieder den Shabbat, der jetzt jede Woche etwas früher beginnt, die Tage werden kürzer. Doch der Sommer hat uns fest in der Hand. Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht die Klimaanlage anschalten. Gestern war das Wetter recht angenehm, ab heute soll es wieder etwas wärmer werden.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter bis wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen, hauptsächlich in den Bergen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt bei -213.495 m unter dem Meeresspiegel.
Wir werden das Wochenende wahrscheinlich zuhause verbringen und den schönen Blick von unserem Garten genießen. Am Shabbat machen wir dann gerne einen Spaziergang in der Umgebung. Sie kennen ja schon die schönen grünen Hügel gleich bei uns gegenüber. Viele kommen besonders am Wochenende hierher, um genau dort spazieren zu gehen, oder den Tag mit den Kindern in einen der vielen Parkanlagen, die wir hier haben, zu verbringen.

Aber ab und zu vergessen einige, dass hier auch Menschen wohnen. Es ist schon mehrere Male vorgekommen, dass der Park vor unserem Haus für Kindergeburtstage benutzt worden ist. Da werden Tische aufgestellt, Ballons aufgebasen, Spiele für die Kinder vorbereitet. Damit habe ich kein Problem, im Gegenteil. Aber wenn dann noch eine Lautsprecheranlage aufgebaut wird, ein Animateur für die Kinder engagiert wird und der ganze Park in einen Platz für Parties umgewandelt wird mit derart lauter Musik, dass auch das Schließen der Fenster nichts nützt, dann macht mir das keinen Spaß mehr. Ich frage mich dann immer, was die Leute sich dabei denken. Es gab sogar mal eine Party, wo jemand aufblasbare Spielgeräte mitgebracht hat. Ein anderes Mal wurde direkt vor uns eine Bar-Mitzva gefeiert, ich hörte noch, wie sich jemand über die Lautsprecheranlage für das Finden dieses schönen Parks für die Feier bedankte. Zum Glück haben diese lautstarken Feiern in der letzten Zeit abgenommen, nachdem einige der „Veranstalter“ von der Stadt eine Geldstrafe bekamen. Das scheint sich herumgesprochen zu haben. Denken SIe bitte nicht, ich wäre einer dieser Partyverderber, das bin ich nicht. Aber wenn man sich zuhause nicht einmal mehr unterhalten kann, ist das übertrieben. Übrigens gibt es hier in Modiin einige Plätze, die für Geburtstagsfeiern gedacht sind, nur muss das dann mit der Stadt abgesprochen werden. Etwas Ordnung muss eben sein.
Ach, wäre es nicht schön, liebe Leser, wenn wir uns immer nur mit Themen wie diese beschäftigen könnten? Den normalen Alltag leben, mehr möchten wir hier nicht. So wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass wir hier in Israel alle friedlich miteinander auskommen könnten. Jeder soll an das glauben, was er möchte und den anderen akzeptieren. Denn eines haben wir alle gemeinsam, wir sind Menschen.
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.
Shabbat Shalom aus Modiin!
Dov




