Jeder Mensch ist in seinem tiefsten Inneren einsam, auch wenn er das nicht offen zugibt. Er kann eine fürsorgliche Familie um sich haben oder ein gefragter Unternehmer sein oder in einer dynamischen Christengemeinde sein, in der man füreinander betet. Die Einsamkeit bleibt. Sie ist immer da. Da hilft auch keine fromme Betriebsamkeit. Die kann unsere Einsamkeit nur übertünchen. Unsere menschliche Natur braucht die Gemeinschaft mit anderen Menschen, daher sollte man sie gut pflegen.
Dennoch spürt man von Zeit zu Zeit das Bedürfnis, mal ganz allein zu sein. Diese freiwillig auferlegte Einsamkeit ist für unseren Geist das, was das Fasten für unseren Körper ist. Sie ist für eine kurze Zeit gut, aber nicht für immer. Diese selbst auferlegte Einsamkeit ist nicht woran wir leiden, sondern wir leiden an der Einsamkeit, die uns aufgezwungen wird, die uns unsichtbar macht.
Wie aber überbrückt man diese Einsamkeit? Indem man mit seinen Mitmenschen redet! Das Reden ist die Brücke zum Anderen und führt aus der Einsamkeit heraus hinein in die Gemeinschaft. Weiß doch jeder aus eigenem Erleben, welch eine seelische Erleichterung es ist, sich aussprechen zu können. Unter Eheleuten sollte es eigentlich keine Geheimnisse geben, erst recht nicht, wenn man schon lange verheiratet ist – gibt es aber.
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