Ein 20-jähriger israelischer Araber muss sich vor dem Bezirksgericht in Nazareth verantworten: Ihm wird der Beitritt zu der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) vorgeworfen. Mahran Khaldi soll von Nazareth aus in die Türkei geflogen sein, um von dort aus die syrische Grenze zu passieren und mit dem IS in Kontakt zu treten. In Syrien soll Khaldi auch drei weitere Israelis aus der Nähe von Nazareth getroffen haben.
Später wurde der Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft im Irak in der Nähe von Falludscha eingesetzt und nahm an einer Reihe von Schlachten teil. Dabei wurde er schwer am Bauch verletzt und verlor zudem seine linke Hand – offenbar aufgrund von Luftangriffen der internationalen Allianz gegen den IS.
Nach seiner Genesung kam Khaldis Vater in die Türkei, um ihn nach Hause zu holen. Als die beiden zurück nach Israel flogen und am Ben-Gurion-Flughafen landeten, wurde Khaldi umgehend verhaftet. „Der Angeklagte hat gestanden, in Syrien gewesen und im Irak verwundet worden zu sein – aber er bedauert es ernsthaft, deshalb ist er nach Israel zurückgekehrt“, so Khaldis Anwalt Hussein Abu Hussein.
Khaldis Fall wurde vom israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet aufgedeckt und wird von der Polizei unter dem persönlichen Kommando von Polizeichef Moshe Cohen untersucht.
IS kämpft im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, aber auch gegen die Freie Syrische Armee sowie gegen die kurdische Minderheit im Norden des Landes. Seit Herbst 2014 sind die IS-Truppen, die auch gegen Frauen und Kinder mit äußerster Brutalität vorgehen, Ziele von Luftangriffen, an denen sich mehrere westliche und arabische Staaten beteiligen.




