Vor etwa zwei Wochen war ich mit meiner Tochter in London unterwegs. Eines Tages kamen wir nach Covent Garden, einem lebhaften Ort voller Menschen, Musik und Straßenkünstler. Wir blieben stehen, um uns eine der Vorstellungen anzusehen, und ließen uns wie viele andere von der unbeschwerten, fröhlichen Stimmung mitreißen. Während der Vorstellung bat der Künstler ein kleines Mädchen aus dem Publikum, an seiner Seite mitzumachen. Sie spielte mit, das Publikum hatte seinen Spaß, und am Ende applaudierten alle. Auch der Künstler klatschte für das Mädchen und fragte sie dann lächelnd: „Woher kommst du?“
Das Mädchen schwieg. Vermutlich dachte er, sie habe die Frage nicht verstanden, und wiederholte sie noch einmal, diesmal deutlicher. Doch das Mädchen schwieg weiter. Schließlich wandte er sich an ihre Eltern, die zwischen den Zuschauern standen, und fragte auch sie, woher sie kämen. Auch sie schwiegen. Dann drehte sich die ältere Schwester des Mädchens um und murmelte etwas auf Hebräisch. Wir standen direkt hinter ihnen, hörten sie und verstanden sofort: Sie waren Israelis. Eine israelische Familie,...
Artikel nicht lesbar?
Sie sind bereits Mitglied? Melden Sie sich an, um weiterzulesen.




