Wo Friedenstiften etwas für Schwache ist

Israelische Führer wurden dafür kritisiert, sich bei einem Schlagabtausch im Nahen Osten zu sehr auf westliche Friedensvorstellungen zu stützen.

Shimon Peres und Jasser Arafat
Flash90

Das israelische Militär hat letzte Woche in einer aufwendigen List die Hisbollah getäuscht, um eine Eskalation der Feindschaft entlang der Nordgrenze zu vermeiden, die zu vielen Todesfällen, insbesondere auf der libanesischen Seite, geführt hätte.

Unbeeindruckt von der Sorge um das menschliche Leben, sagte die Hisbollah, die anfangs auf den Trick hereinfiel, dass die ganze Angelegenheit nur zeige, wie das “einst legendäre” israelische Militär nun ein “schwacher” Schatten seines früheren Selbst sei.

Und das ist ein wichtiger Punkt für jeden, dem es mit dem Verhandeln eines wahren Friedens im gesamten Nahen Osten ernst ist.

Diejenigen, die eine Konfrontation vermeiden wollen, anstatt die Kapitulation an der Schwertspitze zu erzwingen, werden als schwach, wenn nicht sogar feige angesehen. Und wenn man sogar so weit geht und eine Versöhnung anbietet, kann man sich genauso gut umdrehen und tot stellen.

Die klügsten Köpfe Israels haben sich in den letzten Jahrzehnten in dem Glauben geirrt, dass pragmatische Zugeständnisse ihre Feinde besänftigen und zumindest Ruhe bringen würden. Doch Schritte wie die Freilassung inhaftierter palästinensischer Terroristen oder der Abzug aller Juden aus dem Gazastreifen haben nur zu noch mehr Gewalt und einem andauernden Konflikt geführt.

Und das liegt daran, dass Israel in den Augen der arabisch-muslimischen Kultur Schwäche zeigte.

Es ist einer der Hauptgründe, warum die palästinensische Führung auf Englisch vage Erklärungen über friedliche Kompromisse abgibt, während sie auf Arabisch ihrem Volk mitteilt, sich weiterhin dafür einzusetzen, Israel zu besiegen und einen “Frieden” allein unter ihren eigenen Bedingungen zu erzielen.

Sie würden sonst nicht überleben. Ein echter Kompromiss mit Israel, und die hartnäckigeren Forderungen für eine beidseitig vorteilhafte Lösung aufzugeben, wäre eine Todesurteil (politisch, und möglicherweise physisch) für die palästinensische Führung.

Denn, wie der Hisbollah-Führer Sheikh Hassan Nasrallah deutlich gemacht hat, ist der Sieg über den Feind viel wichtiger als die Stabilität im autoritären Nahen Osten.

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