Israel

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Welches Misstrauen wird mehr kritisiert?

Als Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (im Bild) vor den Wahlen öffentlich zugab, dass er gegen die Gründung eines Palästinenserstaates sei, wurde er dafür heftig kritisiert. US-Präsident Barack Obama und andere westliche Staatsführer zeigten sich von Netanjahus überraschender Stellungnahme enttäuscht. Israels wiedergewählter Ministerpräsident reflektiert, was die Mehrheit im Volk Israel fühlt und denkt. Eine Zweistaatenlösung garantiert Israel keinen Frieden und keine Sicherheit. Nun wird behauptet, Israel sei im Zuge der Wahlen nach rechts gerutscht, was nicht stimmt…

Als Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (im Bild) vor den Wahlen öffentlich zugab, dass er gegen die Gründung eines Palästinenserstaates sei, wurde er dafür heftig kritisiert. US-Präsident Barack Obama und andere westliche Staatsführer zeigten sich von Netanjahus überraschender Stellungnahme enttäuscht. Israels wiedergewählter Ministerpräsident reflektiert, was die Mehrheit im Volk Israel fühlt und denkt. Eine Zweistaatenlösung garantiert Israel keinen Frieden und keine Sicherheit.

Nun wird behauptet, Israel sei im Zuge der Wahlen nach rechts gerutscht, was nicht stimmt. Die jüdische Bevölkerung im Land ist grundsätzlich aus politischen und traditionellen Hintergründen eher rechtsorientiert und steht daher einem Palästinenserstaat an seiner Seite kritisch gegenüber. In den letzten 20 Osloer Verhandlungsjahren hat die israelische Bevölkerung das Vertrauen in eine friedliche Lösung mit den Palästinensern verloren.

Aber auch die Palästinenser sehen den Verhandlungsprozess mit Israel skeptisch. Die Mehrheit der Palästinenser hat aus ihrer Sicht die Hoffnung auf einen Palästinenserstaat verloren. 71% der palästinensischen Bevölkerung geben der Staatsgründung in den nächsten fünf Jahren nur eine kleine Chance. Dies ergab die Studie des palästinensischen Forschungsinstitutes für Politik in Ramallah.

„Auch wenn ich mir einen Frieden mit den Juden im Land wünsche, so weiß ich, dass dies nicht möglich ist“, sagte Dschamal (43) aus dem arabischen Dorf Zurif, westlich von Hebron. „Die Politik und Religion wird uns keinen Frieden gönnen. Dafür mischen sich zu viele Menschen aus der Umgebung ein, die mehr kaputt machen als uns helfen.“ Ebenso versteht die Mehrheit (82%), dass Israel die so genannten besetzten Gebiete annektieren und die Palästinenser vertreiben will. 51% der Palästinenser unterstützen die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern und 49% nicht. 48% der Palästinenser befürworten den gewalttätigen Intifada-Aufstand und 68% sind für weitere Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel.

Beide Seiten sehen ein, dass ein Friedensprozess derzeit nicht existiert. Auf beiden Seiten herrscht gegenüber dem Nächsten Misstrauen und dennoch wird Israels Misstrauen gegenüber den Palästinensern mehr kritisiert als das der Palästinenser gegenüber Israel.

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Patrick Callahan

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