Wahlen, Wahlen und nochmals Vorwahlen

Die heutige Wahl für den Vorsitz der Likud Partei könnte noch wichtiger werden als die eigentliche Regierungswahl.

von Michael Selutin |
Foto: Flash90

Gideon Sa´ar könnte heute schaffen, woran Benny Gantz und viele andere Politiker gescheitert sind: Benjamin Netanjahu zu stürzen. Bei den Vorwahlen geht es um den Vorsitz der Likud Partei von Netanjahu und wenn Sa´ar gewinnt, wird er bei den Regierungswahlen im Januar für den Likud als Kandidat für den Posten des Premierministers ins Rennen gehen.

Sa´ar ist im Ausland kaum bekannt, aber in Israel gilt er als Erzfeind Netanjahus, da er seit vielen Jahren mit ihm um den Parteivorsitz kämpft. Nachdem Netanjahu nun zwei Wahlen in Folge keine Regierung bilden konnte und die Blau-Weiß-Partei unter Benny Gantz mit ihm keine Koalition eingehen will, hat Sa´ar gute Chancen die Mehrheit der 116.000 Likud Mitglieder auf seine Seite zu ziehen. Bei seinen Reden und Wahlauftritten hat Gideon Sa´ar diesen Punkt immer wieder betont und gesagt, dass nur er in der Lage ist eine Regierung zu formen. Hinzu kommt die Anklage gegen Netanjahu wegen Bestechung und Betrug. Er durfte zwar weiterhin Premierminister bleiben, aber seine Ministerposten, die er gleichzeitig hielt, musste aufgrund des Gerichtsverfahrens abgeben. Netanjahu geht also angeschlagen in diese parteiinterne Wahl, während Sa´ar das Momentum auf seiner Seite hat.

Es könnte gut sein, dass heute der nächste Premierminister Israels gewählt wird und auch wenn die Israelis nichts mehr von Wahlen und Parteien hören möchten, nachdem sie so lange mit Wahlwerbung bombardiert wurden, wird es heute noch einmal spannend.

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