Oberrabbiner Yitzhak Shapira Kobi Gideon/Flash90
Israel

Töten oder nicht?

Es war Juli im Jahr 2010. Am frühen Morgen drang eine große Polizeieinheit in die Siedlung Yitzhar ein, die von manchen als Brutstätte des religiösen Extremismus betrachtet wird.

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Ihre Mission war die Verhaftung von Yeshiva-Oberrabbiner Yitzhak Shapira (im Bild rechts) und die Beschlagnahme aller Exemplare des Torat Hamelech (Gesetz des Königs), das einige Monate zuvor veröffentlicht worden war. Der bizarre Vorfall endete mit einer Ausbeute von 30 Exemplaren und der Verhaftung zweier Autoren des Königsgesetzes, den Rabbinern Shapira und Yosef Elitzur, die wegen Volksverhetzung angeklagt wurden.

Das Königsgesetz ist eine halachische Studie über biblische Kriegsgesetze, die unter bestimmten Umständen, so die Autoren, das Töten von unbeteiligten Feinden, einschließlich Frauen und Kindern, erlaubt. Das Buch selbst, seit seiner Indizierung stark nachgefragt, führte zu einer leidenschaftlichen Diskussion, auch unter religiösen Menschen, über das Recht Israels, seine Feinde zu töten. Nach zweijähriger Beratung beschloss der Oberste Gerichtshof übrigens, die Angeklagten freizusprechen.

Warum das Buch die Regierung dermaßen aufgeschreckt hat, ist offensichtlich. Juden, so ist das moderne israelische Ethos, verachten selbst den geringsten Anschein dessen, was auf dem Schlachtfeld wie ein Racheakt aussehen mag. Dies ging so weit, dass der kürzlich pensionierte Stabschef Gadi Eizenkot sagte, der Spruch aus dem Talmud „Wer...

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