Bild: Mitarbeiter der Stadtverwaltung demonstrieren vor dem Finanzministerium (Yonatan Sindel/Flash90)
In Jerusalem wird heute gestreikt. Der Müll wird nicht geräumt und die Ämter der Stadtverwaltung bleiben heute geschlossen. Der Unterricht in den Schulen und Kindergärten ist, noch, nicht vom Streik betroffen.
Wie der Bürgermeister von Jerusalem Nir Barkat in der vergangenen Woche bereits angekündigt hatte (siehe Artikel), hat die Stadt heute mit einem Streik begonnen. Die Stadtverwaltung verlang vom Finanzministerium eine Zahlung von 800 Millionen Shekel für den Jahreshaushalt. Doch dort ist man bereit, 600 Millionen Shekel zu überweisen.
Heute früh haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung zusammen mit Bürgermeister Nir Barkat vor dem Finanzministerium demonstriert und die Überweisung der staatlichen Hilfe für die Stadt verlangt. Zuvor fuhren die Müllwagen der Stadt langsam durch die Straßen und sorgten dadurch für lange Verkehrsstaus. Berichten zufolge hätten Mitarbeiter der städtischen Wasserwerke dem Finanzministerium das Wasser abgestellt. Schon am frühen Morgen zeigte der heutige Streik seine ersten Folgen. Auf dem Machaneh Jehuda Markt bildeten sich bereits die ersten Müllberge.
Bild: Müllberge auf dem Machane Jehuda Markt (Dov Eilon)
Auf einer Kundgebung vor dem Finanzministerium sagte Nir Barkat: „Jerusalem ist die einzige Stadt in Israel ohne ein Haushaltsbudget. Findet Ihr das in Ordnung, dass die Hauptstadt Israels ohne Haushaltsbudget ist? Daher sind wir hier. Ich entschuldige mich bei den Bürgern der Stadt für die Unannehmlichkeiten, es fällt mir wirklich sehr schwer, aber dieser Streik scheint nötig zu sein, damit man sich mit uns zusammensetzt und uns das gibt, was uns bereits zugesagt worden war.“
Die Stadtverwaltung weigert sich, die Stadtgebühren für die Bürger zu erhöhen und fordert das Finanzministerium unter Finanzminister Moshe Kachlon auf, die Stadt Jerusalem zu stärken und unterstützen.
Das Finanzministerium wiederum beschuldigt Bürgermeister Barkat für das Problem. Er hätte zu viele Stellen in der Verwaltung ausgeschrieben, würde dort zuviel Geld verschwenden, anstatt das Geld für die Stadt an die Bürger weiterzugeben.





