MitgliederPräzisionslandwirtschaft mit der Drohne

Moderne Drohnen, auch UAV (Unmanned Aerial Vehicle) genannt, haben Einzug in die moderne Landwirtschaft gehalten.

von Esti Eliraz |
Foto: ALTA

Die israelische Firma ALTA Innovation Solutions hat das Potenzial der UAV-Technologie für landwirtschaftliche Zwecke erkannt und entwickelt für jeden Landwirt die maßgeschneiderte Lösung. Neben hochauflösender Fotografie für Zwecke der Überwachung oder Kartierung können größere UAV mit kundenspezifischen Geräten zur Ausbringung von Chemikalien ausgestattet werden. Minimaler Zeitaufwand, hohe Genauigkeit und Schonung der Arbeitskräfte sind nur einige der vielen Vorteile, die die Verwendung dieser neuen Technik mit sich bringt.

Zunächst werden mit hochauflösender RGB-Kameratechnologie über spezielle Algorithmen Problembereiche identifiziert. Der ALTA-Pilot weiß somit beispielsweise genau, wo später Chemikalien versprüht werden müssen. Das geschieht mit größeren, sogenannten Skipper-UAV. Mittel zur Nagetierbekämpfung, Pestizidverabreichung oder Insektenpheromonbehandlung werden mit geradezu chirurgischer Präzision ausgebracht. ALTA hat die Menge an Pestiziden und anderen Chemikalien, die auf Feldern und Obstplantagen eingesetzt werden, hierbei extrem reduzieren können. Landwirtschaftliche Sprühdrohnen reduzieren infolge dessen auch das Gesundheitsrisiko von Arbeitern drastisch.

Ein anschauliches Beispiel gibt der Apfelwickler, dessen Raupen im Obstbau als Schädling gelten. Seine Population wird unter anderem mit Pheromonen kontrolliert, die das Männchen verwirren und dadurch den Paarungszyklus der Motte stören. Ferner gibt es biologische und chemische Präparate, die Larven abtöten. Mit Hilfe der Drohnen wird das Pheromon im oberen Bereich der Baumkronen ausgebracht. Es ist bis zu 12 Wochen wirksam und übersteht sogar starken Regen. Die erforderliche Dosis beträgt etwa 1,6 Gramm pro Baum.

Heuschreckenplagen sind schon aus der Bibel bekannt. Seit Jahrtausenden bringen sie in Afrika und im Nahen Osten Ernteausfälle, die oft verheerende Hungersnöte und Unruhen auslösen. Einige Heuschreckenarten können sich bei optimalen Bedingungen als Flugschwarm in wahre Fressmaschinen verwandeln. Auf dem afrikanischen Kontinent waren kürzlich massive Heuschreckenschwärme unterwegs, die der Landwirtschaft schweren Schaden zufügten. Zehntausende Hektar mit Feldfrüchten und Futtermitteln sind zerstört. Die Katastrophe beeinträchtigt die Ernährungssicherheit von über 45 Millionen Menschen. Afrikanische Nationen haben um internationale Hilfe gebeten, und Israel hat darauf reagiert.

Das israelische Landwirtschaftsministerium brachte ALTA mit professionellen Schädlingsbekämpfern und Muller Professional Pest Control zusammen. Das Team begab sich daraufhin nach Ostafrika. Heuschrecken sind schwer zu bekämpfen, weil sie tagsüber in ständiger Bewegung sind. Zur Nacht lassen sich die Schwärme jedoch nieder und sind zum Insektizideinsatz angreifbar. ALTA-UAV ermöglichten die Ortung von Schwärmen und gezielte Besprühung. Je nach Größe und Art des Schwarms standen Bodensprüher, Fluggeräte oder spezielle Skimmer zur Verfügung. In Abstimmung mit den Bemühungen der lokalen Bevölkerung gelang es, zumindest eine spürbare Bresche in das Problem zu schlagen. Ein Trainingsworkshop hilft nun den Einheimischen, selbst technologische Ausrüstung einzusetzen.