Der israelische Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit, ein religiöser Mann, der eine Kippa trägt, hat Berichten zufolge Gott dafür gedankt, dass Benjamin Netanjahu nach den letzten nationalen Wahlen abgesetzt wurde. Angesichts der Tatsache, dass Netanjahu demokratisch gewählt wurde und nach wie vor der bevorzugte Premierminister einer Mehrheit der Israelis ist, wurden die Äußerungen des Generalstaatsanwalts von vielen als problematisch angesehen.
Channel 12 News berichtete, Mandelblit habe kürzlich in einem privaten Gespräch gesagt, Netanjahu habe versucht, das israelische Justizsystem umzugestalten, um es ihm gegenüber loyal zu machen und ihn vor Strafverfolgung zu schützen. Mandelblit verzichtete zwar auf eine solche Terminologie, warf Netanjahu aber im Wesentlichen vor, Israel auf eine Diktatur zuzusteuern.
„Wir befanden uns plötzlich in einem Kampf um die Legitimität der Generalstaatsanwaltschaft, um die DNA des jüdischen Volkes und des Staates Israel in der heutigen Zeit“, so der Generalstaatsanwalt. „Wir sind da nur durch die Gnade Gottes rausgekommen. Ich glaube das wirklich… Ich weiß nicht, wie es sonst geendet hätte.“
Channel 12 stellte keine Aufzeichnung des Gesprächs zur Verfügung und gab auch die Quelle der Zitate nicht an, aber die Geschichte wurde von der übrigen israelischen Presse schnell aufgegriffen.
Netanjahu steht nach wie vor in einer Reihe von Fällen von Korruption und Untreue vor Gericht. Er behauptet jedoch, die Anschuldigungen gegen ihn seien Teil einer seit langem andauernden Verschwörung der Polizei, des Justizsystems und der Mainstream-Medien.




