Jerusalem-Tel-Aviv-Zug: Das Warten hat ein Ende

Was für Deutschland der BER ist, ist in Israel wohl die Expresszuglinie zwischen Jerusalem und Tel Aviv.

von Israel Heute Redaktion |
Ytzhak Navon Bahnhof in Jerusalem Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Jahrelang wurde die Eröffnung der direkten Schnellzuglinie zwischen Jerusalem und Tel Aviv hinausgezögert. Jetzt ist es endlich soweit.

Die 57 Kilometer lange Zugstrecke braucht gerade einmal eine halbe Stunde, um von der einen Stadt in die andere zu gelangen. Dabei überquert der Expresszug neun Brücken und fährt durch fünf Tunnel.

Die Zugstrecke wird in Israel dringend gebraucht und viele Menschen begrüßen diese Entwicklung, die für einige den Alltag erleichtern würde. Laut Verkehrsminister Bezalel Smotrich sind nun die zwei größten und bedeutendsten Städte in Israel physisch und symbolisch verbunden.

Der Schnellzug auf einer Brücke vor Jerusalem

Nachdem das Eröffnungsdatum immer weiter verschoben wurde, fand nun am Mittwoch, nach 18 Jahren Bauarbeiten, 11 Jahre nach dem ursprünglichen Eröffnungstermin, die erste Fahrt auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Yitzhak Navon in Jerusalem und HaHagana in Tel Aviv statt, bevor die Strecke am Samstagabend für die Öffentlichkeit eingeweiht wird.

Der neue Bahnhof von Jerusalem wurde bereits Ende September eröffnet, doch war bis jetzt nur ein Teil der Strecke für den elektrischen Schnellzug befahrbar. Man musste am Ben Gurion Flughafen den Zug wechseln, um dann weiter nach Tel Aviv bzw. Jerusalem fahren zu können. Dennoch entschied man sich, die neue Strecke teilweise zu eröffnen. Zu lange hatte man schon darauf gewartet.

Ab Samstagabend wird man endlich direkt zwischen Tel Aviv und der israelischen Hauptstadt fahren können, ohne umsteigen zu müssen.

„Dies ist ein Fest“, sagte der Verkehrsminister am Mittwoch. „Wir leben in einer komplizierten Welt und können an Tagen wie diesen stolz sein.“ Er bedankte sich auch bei seinem Vorgänger, dem derzeitigen Außenminister Israel Katz, der das Projekt ins Leben gerufen hatte. „Ohne ihre Vision und Entschlossenheit wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, richtete er sich an den Außenminister. „Ihre Fähigkeit, diesen Moment in der Zukunft zu sehen und trotz aller Schwierigkeiten und der Kritik nicht aufzugeben, ist bewundernswert.“

„Ihre mutige Entscheidung brachte dieses Projekt auf die nächste Ebene“, erwiderte Katz, der die Zugstrecke „King David Line“ nannte. „Wir bauen den Staat Israel auf“, sagte er zu Verkehrsminister Smotrich, der selbst bescheiden sagte, er habe keinen Ruhm verdient, dieser liege allein bei Katz und der Israelischen Zuggesellschaft.

„Ich wurde wegen meiner Bemühungen kritisiert“, sagte Katz. „Doch ich bin stolz auf die Entscheidungen, die ich getroffen habe. Hätte ich im Angesicht der Kritik aufgegeben, hätten wir diese Zuglinie heute nicht.“

Verkehrsmininister Bezalel Smotrich und sein Vorgänger Aussenminister Israel Katz während der ersten Fahrt des Zuges direkt nach Tel Aviv

Die 11 Jahre zu spät eröffnete Zuglinie kostete mit 7 Milliarden Schekel letztendlich auch noch doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Dabei ist jedoch auch der Bau einer neuen Bahnhofsstation in Jerusalem mit einberechnet, die sich 80 Meter unter der Erde befindet und damit auf Platz fünf der tiefsten Bahnhöfe der Welt ist. Der Bahnhof kann sogar als Atombomben-Bunker verwendet werden. Hoffen wir, dass dieses „Feature“ nicht zum Einsatz kommt.

80 Meter tief

Der Yitzhak Navon Bahnhof in Jerusalem

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