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Jerusalem bereitet sich auf Pride-Parade vor

Heute Abend findet in Jerusalem die jährliche Pride-Parade der Lesben- und Schwulenbewegung statt (in Deutschland als Christopher-Street-Day bekannt). Es werden mindestens 5000 Menschen erwartet. Die Polizei ist heute in höchster Alarmbereitschaft, um Angriffe auf die Teilnehmer der Parade zu verhindern.

Heute Abend findet in Jerusalem die jährliche Pride-Parade der Lesben- und Schwulenbewegung statt (in Deutschland als Christopher-Street-Day bekannt). Es werden mindestens 5000 Menschen erwartet . Die diesjährige Pride-Parade wird von scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleitet, nachdem bei der Parade des vergangenen Jahres die erst 16-jährige Shira Banki von einem orthodoxen Juden mit einem Messer angegriffen und getötet worden war (siehe Artikel). Fünf weitere Personen wurden verletzt.

Die Pride-Parade in Jerusalem ist sehr umstritten. Einige Rabbiner hatten sich in den vergangenen Tagen ablässig gegenüber homosexuellen Menschen geäussert. Besonders die Bemerkung des Rabbiners Loewenstein,Leiter eines religiösen Ausbildungssprogrammes als Vorbereitung für den Militärdienst, Homosexuelle seien pervers, löste heftige Diskussionen aus. Der Minister Naftali Bennet sprach sich gegen die Äusserungen des Rabbiners aus: „Man kann nicht einen ganzen Teil der Bevölkerung verfluchen.“ Auch Verteidigungsminister Lieberman verurteilte die Aussagen des Rabbiners. Der Sekretär des Verteidigungsminiteriums hat den Rabbiner zu einem aufklärenden Gespräch geladen und fordert von ihm, seine Aussagen gegen Homosexuelle zurückzunehmen.

Die Polizei ist heute in höchster Alarmbereitschaft, um Angriffe auf die Teilnehmer der Parade zu verhindern. Alle Teilnehmer der Parade werden kontrolliert. Ein Zugang zur Parade ist nur an bestimmten Stellen möglich. Bereits gegen 14:30 Uhr Ortszeit werden in Jerusalem zahlreiche Strassen für den Verkehr gesperrt werden.

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat wird nicht an der Parade teilnehmen. In einem Interview mit der Tageszeitung Jediot Achronot sagte er, dass er das Recht der Lesben- und Schwulenbewegung auf das Stattfinden der Parade unterstütze, er selbt aber nicht daran teilnehmen könne. „Es ist ihr Recht, auf den Strassen zu marschieren. Die Stadt Jerusalem, die Polizei und ich werden alles mögliche dafür tun, ihnen diese Parade zu ermöglichen,“ sagte er. „Aber es sollte ihnen auch klar sein, dass es andere Menschen in ihren Gefühlen verletzt. Toleranz bedeutet nicht nur, ihnen die Parade zu ermöglichen, es bedeutet auch, einen Weg zu finden, die Parade stattfinden zu lassen, ohne die Gefühle anderer zu verletzen.“ Die Aussagen Barkats wurden vielerseits mit Empörung aufgenommen.

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Patrick Callahan

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